Hallesche dementiert überhöhte PKV Provisionen

Fabian Peters

Hallesche Krankenversicherung dementiert überhöhte Vermittlungsprovisionen
Überhöhte Abschlussprovisionen in der PKV weiter umstritten

28.04.2011

Die Diskussion um die Provisionszahlungen bei den Privaten Krankenversicherungen trägt offenbar erste Früchte. Nachdem die „Financial Times Deutschland“ über die teilweise horrenden Vermittlungsprovisionen bei den Privaten Krankenversicherungen (PKV) berichtet hat, sprachen sich in den vergangenen Tagen sowohl Vertreter aus Politik als auch die Vorsitzenden mehrerer Privater Krankenversicherungen für eine Deckelung der Abschlussprovisionen aus.

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Bis zu 18 Monatsbeiträge erhalten die Vermittler laut „Financial Times Deutschland“ für den Versicherungswechsel eines Kunden in Richtung der Privaten Krankenversicherung (PKV). Fehlverhalten werde durch diese erheblichen Zahlungen begünstigt und am Ende müssen die Versicherten über ihre Beiträge für die Provisionen aufkommen, so die Kritik. Sogar die eher PKV-freundliche FDP forderte daher eine Deckelung der Vermittlungsprovisionen. Doch auch die ersten Privaten Krankenversicherungen haben offenbar erkannt, dass sie sich mit den übertriebenen Provisionen eher selber schaden, als nachhaltig Neukunden zu gewinnen.

Obergrenze für Vermittlungsprovisionen und längere Haftungszeiten gefordert
Der Vorstandvorsitzende der größten privaten Krankenversicherung DKV, Dr. Clemens Muth, begrüßte angesichts der aktuellen Medienberichte die geplanten Maßnahmen der Politik. Eine Obergrenze der Vermittlungsprovisionen sowie längere Haftungszeiten der Vermittler im Falle einer Vertragsstornierung wären durchaus sinnvoll, erklärte Muth. Auch die Hallesche Krankenversicherung hat auf die Berichterstattung der „Financial Times Deutschland“ reagiert und bestritten, bis zu 18 Monatsbeiträge nach erfolgreichem Vertragsabschluss als Vermittlungsprovisionen auszuschütten. In einer Pressemitteilung teilte die Krankenversicherung mit, dass bei der Halleschen lediglich unterdurchschnittliche Provisionen gezahlt würden und die Zahlen der „Financial Times Deutschland“ auf methodische Mängel zurückzuführen seien.

Kosten der Provisionen tragen die Versicherten
Doch der Vorstandvorsitzende der DKV dürfte sich nicht ohne Grund für eine Deckelung der Provisionen ausgesprochen haben. Branchenkenner wissen, dass die Angaben der „Financial Times Deutschland“ von maximal 14 bis 18 Monatsbeiträge als Vermittlungsprovisionen durchaus realistisch sind. Umgerechnet kommen so bei einem durchschnittlichen Monatsbeitrag zwischen 200 Euro und 300 Euro Provisionen in Höhe von 2.800 bis 5.600 Euro zusammen. Kosten, die am Ende über die Beiträge der Versicherten finanziert werden müssen. Kaum verwunderlich also, dass sich die Hallesche Krankenversicherung gegen die Berichterstattung wehrt, denn möglicherweise kämen die eigenen Versicherten ansonsten auf den Gedanken, dass ihre Beiträge wegen der Vermittlungsprovisionen entsprechend höher ausfallen. (fp)