Hamburg: Hohe Betreuungsquote im Westen

Heilpraxisnet

Betreuungsquote für Kleinkinder in Westdeutschland deutlich gestiegen

20.02.2015

Die Betreuungsquote der Kleinkinder ist in den westdeutschen Bundesländern im Zuge der Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz deutlich gestiegen, so die aktuelle Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Trotzdem bleibe die Betreuungsquote in Westdeutschland deutlich unter der Betreuungs quote in Ostdeutschland. Die höchsten Quoten im Westen erreichte Hamburg.

Laut Mitteilung des statistischen Bundesamtes wurden „in den westdeutschen Kreisen und kreisfreien Städten zum Stichtag 1. März 2014 deutlich mehr Kinder unter 3 Jahren in einer Tageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Tagespflege betreut“, als noch ein Jahr zuvor. Seit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem Alter von einem Jahr zum 1. August 2013 habe sich die Betreuungsquote in den westdeutschen Bundesländern deutlich erhöht. Die Universitätsstadt Heidelberg erreichte bei den unter 3-Jährigen mittlerweile knapp 47 Prozent, Hamburg kam auf 43 Prozent und im bayerischen Landkreis Coburg lag die Betreuungsquote etwas über 42 Prozent.

Hamburg Spitzenreiter unter den westdeutschen Bundesländern
Während die westdeutschen Bundesländer insgesamt einen Anstieg der durchschnittlichen Betreuungsquote aufweisen, bleiben einzelne Städte deutlich zurück. Beispielsweise erreichte der Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern lediglich eine Quote von 13,9 Prozent. Hingegen verzeichneten Frankfurt (Oder) mit 63 Prozent sowie der Landkreis Elbe-Elster und der Landkreis Wittenberg mit jeweils 62,8 Prozent die höchsten Betreuungsquoten deutschlandweit für Kinder unter drei Jahren. Insgesamt habe ein Drittel der 325 Kreise und kreisfreien Städte in Westdeutschland eine Betreuungsquote von mindestens 30 Prozent aufgewiesen, was eine Verdopplung gegenüber dem Jahr 2013 bedeute, so die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes. Hamburg, aber auch Rheinland-Pfalz (30,6 Prozent) und Schleswig-Holstein (30,3 Prozent) verzeichneten hier die höchsten Betreuungsquoten. Die bundesweit niedrigste Quote war laut Mitteilung des „Hamburger Abendblatts“ in Nordrhein-Westfalen (23,8 Prozent) festzustellen.

Betreuungsquote in Ostdeutschland weit höher
Eine eher geringe Rolle spielte laut Angaben des statistischen Bundesamtes die Betreuung von Kindern im Alter unter einem Jahr. „Hier lag die Betreuungsquote in Ostdeutschland (inklusive Berlin) bei 4,3 Prozent und in Westdeutschland bei 2,5 Prozent“, so die offizielle Mitteilung. Jedoch steigt die Quote ab dem Alter von einem Jahr deutlich an. Bei den Einjährigen verzeichneten 75 von 77 ostdeutschen Kreisen und kreisfreien Städten eine Betreuungsquote von mindestens 50 Prozent. Dies haben im Westen lediglich Heidelberg (57,7 Prozent), Hamburg (51,7 Prozent) und Erlangen (50,8 Prozent) erreicht. „Die bundesweit höchste Quote bei den 1-jährigen Kindern wies der Landkreis Jerichower Land mit 85,3 Prozent auf“, berichtet das statistische Bundesamt.

Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz
Die Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz scheint den aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes zufolge durchaus die gewünschten Früchte zu tragen, wobei hier nicht zuletzt die Schaffung zahlreicher neuer Plätze durch die Städte und Gemeinde eine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte. Allerdings geht aus der Statistik nicht hervor, wie viele Eltern ihr Kind gerne in einer Betreuung untergebracht hätten, jedoch keinen Platz bekamen. Denn auf dem Papier ist der Rechtsanspruch zwar gegeben und vor Gericht können Eltern gegebenenfalls auch mit entsprechenden Klagen ihren Anspruch geltend machen. Doch in der Praxis finden immer noch viele Eltern keinen geeignete Betreuungsplatz. Den Weg der Klage beschreiten bislang allerdings nur wenige. (fp)

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Bild: wolla2 / pixelio.de