Handy-Nacken: Haltungsschäden durch Smartphones?

Heilpraxisnet

Studie: Handy-Nacken durch Smartphone-Nutzung

30.11.2014

Handys und Smartphones sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Vor allem junge Menschen starren oft stundenlang am Tag auf das kleine Display. Das kann gesundheitliche Folgen haben. Ein Experte warnt nun davor, dass die Körperhaltung, die dabei eingenommen wird, langfristig zu Haltungsschäden kommen kann, insbesondere zum sogenannten „Handy-Nacken“.

Zunehmende Nutzung von Smartphones
Immer wieder streiten sich Gesundheitsexperten über die Folgen der zunehmenden Nutzung von Handys und Smartphones. So wird damit etwa ein erhöhtes Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Zudem laufen Vieltipper Gefahr, sich eine Sehnenscheidenentzündung im Daumen, den sogenannten SMS-Daumen, zuzuziehen. Durch die falsche Körperhaltung mit gesenktem Kopf und gesenktem Blick kann es außerdem zu Haltungsschäden kommen. Davor warnt nun ein Experte in einer Studie.

Gesenkter Kopf und gesenkter Blick
Dr. Kenneth K. Hansraj von New Yorker Klinikum für Wirbelsäulenchirurgie und Rehabilitation hat sich dabei einem bislang nicht ausführlich untersuchten Phänomen gewidmet: dem Handy-Nacken. In der Studie, die im „Surgical Technology International“ veröffentlicht wurde, weist der Wirbelsäulenchirurg darauf hin, dass der auf das Handydisplay gesenkte Blick bei den meisten Nutzern die Halswirbelsäule, sowie die Nacken- und Rückenmuskulatur außergewöhnlich stark fordere. Die Belastung sei um so größer, je weiter der Kopf nach vorn geneigt werde.

Fehlhaltung kann zu Verspannungen führen
Laut dem Mediziner wiegt ein menschlicher Kopf etwa 4,5 bis 5,5 Kilogramm. Doch durch die Neigung bei einem gesenkten Kopf müssen Wirbelsäule und Muskulatur ein Vielfaches an Gewicht tragen. Hansraj zufolge blickt ein Durchschnitts-Nutzer täglich vier Stunden auf sein Smartphone und neigt so den Kopf in dieser Zeit nach unten. Diese Fehlhaltung kann auf Dauer zu starken Verspannungen, vor allem Nackenverspannungen, Kopfschmerzen oder gar einem frühzeitigen Verschleiß der Bandscheiben führen.

Handy auf Kopfhöhe halten
Dr. Hansraj empfiehlt Menschen, die ihr Smartphone häufig nutzen, dieses so zu halten, dass der Kopf möglichst nicht gesenkt werden muss. Eine aufrechte Kopfhaltung kann erreicht werden, wenn das Gerät auf Augenhöhe gehalten wird. Damit kein steifer Nacken entsteht, sollte dieser immer mal wieder gedehnt werden. Zudem bieten sich kleine Fitnessübungen an, um Beschwerden vorzubeugen. So wird in der Naturheilkunde manchmal auf die sogenannte progressive Muskelrelaxation zurückgegriffen, um die Muskulatur im Nackenbereich zu entspannen. (ad)

Bildnachweis: Robert Müller / pixelio.de