Hanta-Virus breitet sich in Hessen aus

Astrid Goldmayer

Hanta-Virus breitet sich nun auch in Hessen aus

13.09.2012

Nachdem sich bereits in Baden-Württemberg in diesem Jahr mehr Menschen mit dem Hanta-Virus infiziert haben als je zuvor, breitet sich die von Nagetieren übertragene Infektionskrankheit auch in Hessen aus. Das berichtete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag. Es seien bislang 97 Fälle gemeldet worden. Im vergangenen Jahr wurden in Hessen insgesamt nur 13 Erkrankungen registriert.

Mehr zum Thema:

Hanta-Virus besonders in ländlichen Gebieten von Hessen verbreitet
Während die Zahl der Hanta-Virus-Infektionen im vergangen Jahr in Hessen vergleichsweise gering war, scheint nun eine neue Infektionswelle besondern in den ländlichen Regionen des Bundeslandes zu grassieren. Ähnliche Ausmaße wie in Baden-Württemberg erreicht die Infektionskrankheit in Hessen jedoch nicht. Dort wurden im Zeitraum von Ende April bis Mitte Mai wöchentlich bis zu 134 Neuerkrankungen registriert. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) Hessen mitteilte habe es bereits 2010 ein Ausbruchsjahr mit mehr Fällen als üblich geben. Damals wurden 174 Hanta-Virus-Infektionen gemeldet.

Hanta-Viren werden von Rötelmäusen über ihren Kot, Urin und Speichel übertragen. „Der Mensch infiziert sich, wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt und eingeatmet wird. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet hingegen nicht statt", wird Dr. Helga Christoffel, Ärztin bei der TK Hessen. In diesem Jahr ist die Population der Rötelmäuse auffallend stark, da die Hauptnahrungsquelle von Rötelmäusen, Bucheckern, im letzten Herbst besonders reichlich vorhanden war. Dementsprechend sind Gebiete mit vielen Buchenwäldern besonders stark von Hanta-Virus-Infektionen betroffen.

„In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung sehr milde, manchmal sogar unbemerkt", erklärt Christoffels. Nur in seltenen Fällen kommt es zur verminderten Urin Ausscheidung (Oligurie) mit „arterieller Hypertonie“, was das Versagen einer oder beider Nieren zur Folge haben kann. Lungenödeme treten ebenfalls nur sehr selten auf. (ag)