Hausarzt soll schnell Facharzt-Termin vermitteln

Sebastian

Für schnelleren Facharzt-Termin Hausarzt um Vermittlung bitten

16.04.2014

Patienten müssen oft sehr lange warten, bis sie einen Termin bei einem Facharzt bekommen. Sie können zwar Einspruch dagegen erheben, doch entscheidend ist, ob eine schnellere Behandlung unbedingt notwendig ist. In dringenden Fällen sollte der Hausarzt gebeten werden, einen Facharzt-Termin zu vereinbaren.

In dringenden Fällen Hausarzt um Vermittlung bitten
Oft dauert es sehr lange, bis Patienten einen Termin bei einem Facharzt bekommen. Sie können zwar durchaus Einspruch dagegen erheben, doch entscheidend ist, ob eine raschere Behandlung auch dringend notwendig ist. Claudia Schlund von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) rät, dass Patienten in dringenden Fällen ihren Hausarzt bitten sollten, einen Termin beim Facharzt für sie zu vereinbaren. Dies habe den Vorteil, dass der Hausarzt als Experte besser begründen kann, weshalb eine schnellere Behandlung vonnöten ist.

Wartezeiten im Wartezimmer lassen sich vermeiden
„Bei einem ganz normalen Kontrolltermin kann man aber relativ wenig machen. Es geht letztendlich darum, ob es wirklich dringend ist“, erklärte Schlund laut der Nachrichtenagentur dpa. Außerdem könne man auch Krankenkassen oder die kassenärztliche Vereinigung um eine Vermittlung bitten. In akuten Fällen lassen sich auch im Wartezimmer Wartezeiten vermeiden. „Zumutbar ist bis zu einer halben Stunde. Wenn absehbar ist, dass es länger dauert, muss eine Arzthelferin den Patienten über eine längere Wartezeit informieren“, so Schlund. Die Arztpraxis muss notfalls einen Ersatztermin vereinbaren. „Es darf nicht sein, dass ein Patient drei Stunden im Wartezimmer sitzt. Das wäre eine schlechte Organisation der Praxis.“

Patienten können wegen Überlastung abgelehnt werden
Es gilt jedoch grundsätzlich, dass es keine Behandlungspflicht gibt, wenn kein Notfall vorliegt. Deshalb können Ärzte Patienten auch wegen Überlastung ablehnen, falls diese nicht akut behandelt werden müssen. Bei manchen Fachärzten wird aber auch eine bestimmte Zeit mit einberechnet, in der Patienten ohne Termin eingeschoben werden können. Patienten, die mit akuten Schmerzen in die Praxis kommen, sollten gleich auf ihre Beschwerden hinweisen, um im engen Terminplan des Facharztes einen Platz zu finden. „Ein Arzt kann sich zwar nicht zerteilen. Aber dann kann er den Patienten beispielsweise zu einem anderen Arzt schicken, wenn er das für sinnvoll hält“, so Schlund.

Privatversicherte kommen schneller zum Zug
Viele Patienten müssen hierzulande länger als drei Wochen auf einen Termin beim Facharzt warten. Dabei sind die Wartezeiten im Osten durchschnittlich länger als im Westen, wie eine Umfrage unter mehr als 6.000 Krankenversicherten der Forschungsgruppe Wahlen für die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im vergangenen Jahr ergab. In dem Bericht der KBV hieß es zudem, dass Privatversicherte tendenziell schneller zum Zug kommen. Eine Sprecherin der UPD sagte damals, dass ein Arzt zwar bei akuten schweren Krankheitsfällen niemanden ablehnen kann, aber bei einem grippalen Infekt mit Schnupfen und Husten könne ein Patient schon auf den nächsten Tag vertröstet werden, wenn die Praxis sehr voll ist. (sb)

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