Hautkrebs durch den Job: Bauarbeiter am stärksten gefährdet

Alexander Stindt
Studie untersucht durch Hautkrebs besonders gefährdete Berufsgruppen
Gerade im Sommer warnen Mediziner vor den Gefahren durch Hautkrebs. Aber nicht nur badende Menschen und sogenannte Sonnenanbeter werden durch schädliche UV-Strahlen geschädigt. Es gibt auch bestimmte Berufsgruppen, welche eine besonders hohes Risiko für die Entstehung von Hautkrebs aufweisen. Britische Forscher fanden jetzt heraus, dass Bauarbeiter am meisten durch die Exposition gegenüber schädlichen UV-Strahlen gefährdet sind, gefolgt von in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen.

Die Wissenschaftler des Imperial College London stellten bei einer Untersuchung fest, dass Bauarbeiter am meisten gefährdet sind, ein sogenanntes malignes Melanom zu entwickeln. Es war schon lange klar, dass einige Berufsgruppen ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs haben, weil sie während der Arbeit stundenlang der Sonne ausgesetzt sind. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „British Journal Of Cancer“.

In manchen Berufen sind die Menschen besonders viel Sonne ausgesetzt. Britische Forscher untersuchten jetzt, welche Berufsgruppen das größte Hautkrebsrisiko aufweisen. (Bild: sculpies/fotolia.com)

Welche Berufsgruppen sind besonders gefährdet?
Die Exposition gegenüber schädlichen UV-Strahlen während der Arbeit kann zum Tod führen. Die britischen Experten schätzen, dass solche Berufe jede Woche zu fünf neuen Fällen von malignen Melanomen führen. Am stärksten gefährdet sind dabei Bauarbeiter, gefolgt von Arbeitern in der Landwirtschaft. Aber auch Polizisten, Soldaten und Arbeiter im öffentlichen Dienst haben ein erhöhtes Risiko.

Betroffene nehmen Gefahren meist nicht ernst
Die Wissenschaftler schätzten, dass etwa 48 Todesfälle und 241 Fälle von Hautkrebs jedes Jahr alleine in Großbritannien durch die Arbeit der Betroffenen ausgelöst werden. Die Gefahr wird aber häufig unterschätzt. Schon frühere Untersuchungen zeigten, dass die Arbeiter in gefährdeten Berufen die Risiken von Schäden durch die Sonne nicht wirklich ernst nehmen oder sie nicht richtig verstehen, erklärt Dr. Lesley Rushton vom Imperial College London in einer Pressemitteilung.

Beobachten Sie Veränderungen der Haut
Die neue Untersuchung beweist, dass Sie nicht im Mittelmeer oder in einem traditionell sonnigen Land arbeiten müssen, um eine Schädigung durch die Sonne zu erleiden, erklären die Wissenschaftler. Es ist sehr wichtig, dass Menschen ihre Haut im Auge behalten. So können Sie sofort einen Arzt informieren, wenn Sie irgendwelche Änderungen an der Haut feststellen, sagen die Experten.

Arbeitgeber sollten ihre Angestellten schützen
Wir haben ein klareres Bild von dem Ausmaß der verursachten Schäden. Jetzt müssen Arbeitgeber sicherstellen, dass die Angestellten die Sonneneinstrahlung bei der Arbeit ernst nehmen und schließlich Wege zur Reduzierung des Risiko entwickeln, raten die Autoren.

Bauarbeiter sterben besonders häufig an Hautkrebs
Bei der Untersuchung entfielen 21 Todesfälle und die Entstehung von 101 Fällen von malignen Melanomen auf Menschen, welche als Bauarbeiter arbeiten. Wir schätzen, dass etwa zwei Prozent aller kutanen malignen Melanome in Großbritannien auf eine berufliche Exposition gegenüber Sonneneinstrahlung zurückzuführen sind, erklären die Wissenschaftler.

Unser Körper benötigt Sonne, aber zu viel Sonne ist gefährlich
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit geeignete Strategien zur Verringerung dieser Belastung zu entwickeln. Wir alle brauchen etwas Sonne für die Gesundheit unserer Knochen, aber zu viele Sonnenstrahlen können das Risiko von Hautkrebs erhöhen.

Möglichkeiten zur Reduzierung des Risikos
Im Allgemeinen ist die beste Weise die Haut zu schützen, die Zeit zwischen 11 Uhr morgens und 15 Uhr im Schatten zu verbringen. Außerdem sollten Sie sich durch ausreichend lange Kleidung vor der Sonne schützen. Zusätzlich sollten sie auch eine Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15 im Gesicht und auf den Händen nutzen, raten die Autoren. (as)