Hautkrebs: Gefährliche Frühlingssonne bei Glatze

Fabian Peters

Hautkrebs und Sonnenbrand: Frühlingssonne für Glatzköpfe gefährlich

18.04.2011

Bereits die relativ milde Frühlingssonne der vergangenen Tage bringt nach Aussage der Experten des Hauttumorzentrums am Universitätsklinikum Münster (UKM) ein erhöhtes Hautkrebsrisiko mit sich. Daher sollten bei Aufenthalt im Freien ein entsprechender Sonnenschutz bedacht werden.

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Von Hautkrebs besonders gefährdet sind nach Aussage der Experten Männer mit Glatze, da sie sich auch bei der momentan relativ milden Sonne leicht einen Sonnenbrand auf der Kopfhaut zuziehen. Je häufiger diese Sonnenbrände im Verlauf des Lebens auftreten, desto größer wird dabei das Risiko einer Hautkrebs-Erkrankung. Eine mögliche Folge ist der sogenannten weiße Hautkrebs, dessen Verbreitung in den vergangenen Jahren auch in Deutschland massiv zugenommen hat.

200.000 Deutsche erkranken jährlich an Hautkrebs
Hautkrebs ist in Deutschland immer stärker verbreitet. Die bei Europäern häufigere Form des weißen Hautkrebs betrifft hierzulande jährlich über 170.000 Menschen, weitere 24.000 leiden an schwarzem Hautkrebs (Malignes Melanom). So erkranken insgesamt knapp 200.000 Menschen in Deutschland pro Jahr an Hautkrebs. Dies ist nach Aussage der Experten des Universitätsklinikums Münster vor allem auf den mangelnden Sonnenschutz zurückzuführen. Viele Deutsche scheinen die Strahlungsintensität der Sonne zu unterschätzen. Selbst die zu Ostern relativ milde Frühlingssonne könne – begünstigt durch die momentan über Europa sehr dünne Ozonschicht – an exponierten Körperstellen wie Glatze, Nasenrücken, Wangen und Ohren Hautkrebs auslösen, warnen die Experten. Daher ist bei Aufenthalt im Freien schon jetzt ein entsprechender Sonnenschutz zu empfehlen. Menschen mit Glatze oder schütterem Haar sollten eine Mütze tragen, andere Körperstellen sollten zumindest mit Sonnenschutzcreme eingerieben werden. Doch Vorsicht: Absoluten Sonnenschutz bietet keine Sonnencreme, egal wie hoch ihr Lichtschutzfaktor ist.

Schutz vor Sonnenbrand und Hautkrebs: Sonne meiden
Insbesondere für empfindliche Hauttypen ist der effizienteste Schutz vor Sonnenbrand und Hautkrebs das Meiden der Sonne. Kaum ein Südländer würde auf den Gedanken kommen, sich direkt in der prallen Mittagssonne zu braten. So halten sich die Menschen im Mittelmeerraum bei Höchststand der Sonne vorzugsweise im kühlen Schatten auf. Außerdem wird der Körper zum Schutz vor der Sonne mit ausreichend, vorzugsweise luftdurchlässiger Kleidung bedeckt. Hierzulande besteht der maximale Schutz den die Sonnenanbeter ihrer Haut zukommen lassen jedoch in der Regel aus einer entsprechenden Sonnencreme und der Verwendung feuchtigkeitsspendender Lotionen. Die Sonnenschutzcremes bieten allerdings immer nur einen begrenzten Schutz vor den schädlichen Sonnenstrahlen und die Wirkung des Schutzfaktors setzt häufig erst nach geraumer Zeit ein. Außerdem verwenden die meisten Sonnencreme-Hersteller chemische UV-Filter, wobei die Filtersubstanzen häufig Beisätze wie Titandioxid und Zinkoxid enthalten. Darüber hinaus werden in einigen Cremes auch PEG/PEG-Derivate verwendet, wodurch die Haut nachgewiesener Maßen für Schadstoffe durchlässiger wird.

Operationen bei Hautkrebs unumgänglich?
Da viele Deutsche die Hinweise der Dermatologen und Onkologen vernachlässigen, ist die Zahl der Hautkrebserkrankungen hierzulande in den letzten 30 Jahren dramatisch gestiegen. Dabei bildet weißer Hautkrebs mit hunderttausenden Erkrankungen jährlich eine ernstzunehmende gesundheitliche Bedrohung. Vor allem ältere Menschen ab 60 Jahre sind von der Erkrankung betroffen. Dabei können erste Symptome des weißen Hautkrebs zum Beispiel leichte Gewebeveränderungen und Verhornungen sowie Flecken, schuppige Hautstellen, tastbare Verhärtungen oder Verdickungen der Haut sein. Der auch als Oberhautkrebs bezeichnete weiße Hautkrebs umfasst sowohl das Basalzellkarzinom als auch das Plattenepithelkarzinom und dessen Vorstufen. Er ist insgesamt deutlich weniger gefährlich als der schwarze Hautkrebs, da nur selten Metastasen ausgebildet werden. Doch ein operativer Eingriff ist oft unumgänglich, um das Wuchern der Zellen zu verhindern, auch wenn im frühen Krankheitsstadium Behandlungsalternativen auf Basis äußerlich anzuwendender Wirkstoffe bestehen. Als Ursache für den weißen Hautkrebs gilt die auch im Sonnenlicht enthaltene UV-A- und UV-B-Strahlung. (fp)