Hautkrebsgefahr: Eltern sollten sich und auch ihre Kinder vor Frühlingssonne schützen

Alfred Domke

Geringere UV-Schutzmechanismen der Haut: Im Frühling an Sonnenschutz denken

Wenn es nach den langen Wintermonaten endlich wieder etwas wärmer wird, hält es die meisten Menschen kaum noch drinnen. Ist es doch so schön, bei sonnigem Wetter spazieren zu gehen oder bei einem leckeren Getränk vor dem Café zu sitzen. Doch Vorsicht: Die Sonne im Frühling kann manchmal genauso intensiv sein wie im Hochsommer. Außerdem sind die UV-Schutzmechanismen der Haut noch nicht so gut ausgebildet. Eltern sollten sich und vor allem ihre Kinder schützen.


Frühlingssonne wird häufig unterschätzt

Nach den langen Wintermonaten gibt es kaum etwas schöneres als draußen wieder ein bisschen Sonne zu tanken. Dabei sollte man jedoch Vorsicht walten lassen. Gerade an den ersten schönen Tagen des Jahres wird die Kraft der Sonne leicht unterschätzt, es droht ein Sonnenbrand. Und dadurch erhöht sich das Risiko, an Krebs zu erkranken. Jeder Sonnenbrand wird auf dem eigenen Haut-Konto addiert, mahnen Hautärzte. Vor allem bei Kindern sollte an ausreichenden Sonnenschutz gedacht werden.

Zwar ist es wunderschön, sich nach den langen Wintermonaten endlich wieder im Freien aufhalten zu können, doch die Frühlingssonne sollte nicht unterschätzt werden. Da die UV-Schutzmechanismen der Haut noch nicht so gut ausgebildet sind, sollte im Frühjahr besonders auf ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden. (Bild: Romolo Tavani/fotolia.com)

Sonne kann im Frühling so intensiv sein wie im Hochsommer

Egal ob auf dem Balkon, im Straßencafé oder während einer Radtour: Endlich kann man sich wieder durch die wärmenden, wohltuenden Strahlen der Frühlingssonne verwöhnen lassen.

Die UV-Strahlen der Sonne sind nicht nur für unser psychisches Wohlbefinden wichtig, sondern helfen auch, das lebenswichtige Vitamin D zu bilden, unser Immunsystem zu stärken, den Hormonhaushalt zu steuern und den Stoffwechsel anzuregen.

Gesundheitsexperten mahnen aber zur Vorsicht, denn zu viel Sonne verursacht Hautkrebs.

„Im Frühling ist die Sonne an manchen Tagen schon genauso intensiv wie im Hochsommer“, erklärt Dr. Frank Meiß vom Universitätsklinikum Freiburg in einer Mitteilung.

„Zudem sind die UV-Schutzmechanismen der Haut durch die sonnenarmen Wintertage nur in reduziertem Umfang ausgebildet“, so der Dermatologe.

„Daher sollte auch die Haut im Frühling mit einer Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 eingecremt werden, wenn man sich längere Zeit draußen aufhält.“

UV-Strahlung ist krebserzeugend

In Deutschland erkranken jährlich etwa 21.200 Menschen neu an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom. Am weißen Hautkrebs erkranken jährlich sogar 120.000 Menschen das erste Mal.

Während der schwarze Hautkrebs sehr aggressiv ist und auch tödlich enden kann, verläuft der weiße Hautkrebs bei rechtzeitiger Diagnose meist gutartig.

„UV-Strahlung oder ultraviolette Strahlung ist eindeutig krebserzeugend. Das gilt sowohl für die ultravioletten Anteile der Sonnenstrahlung als auch für das die Haut bräunende UV-Licht in Solarien“, erläutert Dr. Meiß.

Die UV-Strahlung ist stark genug, um die Erbsubstanz, die DNA, nachhaltig zu schädigen. Kleinere Veränderungen an der DNA repariert der Körper von selbst.

Kommt es auf Grund von mangelndem Sonnenschutz, vor allem in Kindheit und Jugend, immer wieder zu Sonnenschäden, können sich langfristig die geschädigten Zellen zu Tumoren entwickeln. „Das passiert häufig schon, bevor ein sichtbarer Sonnenbrand entsteht“, so der Mediziner.

An ausreichenden Sonnenschutz denken

Gesundheitsexperten raten dazu, sich von klein auf vor der Sonne zu schützen. Grundsätzlich gilt, nicht beim Eincremen zu sparen. Wer sich länger im Freien aufhält, sollte Sonnenschutzmittel wiederholt auftragen.

Der Sonnenschutz muss abhängig vom Hauttyp und Freizeitverhalten, wie Baden und starkem Schwitzen, mehrfach erneuert werden. Nur dann wirkt er entsprechend.

„Aber durch das wiederholte Cremen verlängert sich nicht die Eigenschutzzeit der Haut“, erläutert der Dermatologe. „ Die empfohlene Schutzzeit gilt nur einmal pro Tag und diese sollte auch nur zu zwei Dritteln ausgenutzt werden.“

In der Mitteilung der Uniklinik Freiburg wird ein Beispiel genannt: Der Eigenschutz der Haut von Typ II, blonde Haare und blaue Augen, beträgt zehn bis 20 Minuten und erhöht sich durch das Eincremen mit Lichtschutzfaktor 30 um das 30-fache auf insgesamt fünf bzw. zehn Stunden.

Experten empfehlen jedoch, maximal zwei Drittel dieser Zeit davon in der Sonne zu verbringen. Für Typ II reduziert sich der Aufenthalt in der Sonne dann auf drei bis maximal sechs Stunden.

Schutz der sensiblen Kinderhaut

Die Haut von Säuglingen und Kindern ist besonders gefährdet, da die Haut noch keinen Eigenschutz gebildet hat.

„Säuglinge dürfen grundsätzlich nicht in die direkte Sonne. Um die empfindliche Kinderhaut zu schützen, ist neben der Sonnencreme auch spezielle UV-Schutzkleidung und ein Sonnenhut sinnvoll. Schattenplätze sollten daher immer bevorzugt und die Mittagssonne zum Spielen besser gemieden werden“, so Dr. Meiß.

Das sieht auch Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Krankenkasse Barmer ähnlich: „Sonnencreme kann vor einem Sonnenbrand schützen, ist aber kein Freifahrtschein. Wichtiger ist, seine Freizeitaktivitäten der Jahres- und Tageszeit sowie der UV-Belastung anzupassen“, so die Ärztin in einer Mitteilung.

Ein Spaziergang am Vormittag sei im Frühling in der Regel aber harmlos.

Vitamin D-Bildung trotz Sonnenschutz

Sonnenlicht ist sogar sehr wichtig, denn es liefert dem Körper über die Haut den größten Anteil am lebenswichtigen Vitamin D.

„Die Befürchtung, dass das Auftragen von Sonnencreme verhindert, dass der Körper ausreichend Vitamin D bilden kann, ist unbegründet“, erklärt Dr. Meiß.

„Bei den meisten Menschen reichen kurze UV-Expositionszeiten für eine ausreichende Vitamin D Produktion aus“, so der Dermatologe.

Laut Barmer erreiche selbst bei bewölktem Himmel noch genug UV-Strahlung die Haut. (ad)