Hebammen: Keine Perspektive für Geburtshilfe?

Thorsten Fischer

Hebammen: Keine Perspektive für Geburtshilfe?

(08.07.2010) Nach den gescheiterten Verhandlungen im März dieses Jahres zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen und den Hebammenverbänden, hat die Schiedsstelle am letzten Montag entschieden, dass die Hebammen pro Geburt in einer Klinik acht Euro und für eine ausserklinische Geburt 100 Euro mehr pro Geburt erhalten.

Die Einberufung des Schiedsgerichtes, unter dem Vorsitz der Professorin Dagmar Felix, vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Sozialrecht der Universität Hamburg, war notwendig geworden, weil auch zum Juli die Haftpflichtprämien für Hebammen massiv gestiegen sind. Demnach sollen seit 2007 die Haftpflichtprämien für Hebammen um über 200 % gestiegen sein. Momentan beträgt die Prämie etwa 3700 Euro. Hebammen, die Belegbetten haben und freiberufliche Hebammen sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung zu besitzen.

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Zu der hohen Haftpflichtprämie kommen gestiegene Kosten zur Haltung eines KFZ und für Materialkosten bei freiberuflichen Hebammen und gestiegene Mieten und Nebenkosten für Praxis- und Belegräume. Zur Zeit bekommen Hebammen pauschal 224 Euro für eine Geburt in einer Klinik. Wegen der gestiegenen Kosten und Haftpflichtprämien sollen laut des Deutschen Hebammenverbandes mittlerweile schon etwa 10% aller freiberuflich arbeitenden und Geburtshilfe anbietenden Hebammen mit sofortiger Wirkung zum Juli die bestehenden Verträge aufgekündigt haben. Und das „geburtshilfliche Leistungsangebots für Frauen und ihre Familien“ hat sich laut des Hebammenverbandes in Folge dessen auch schon deutlich reduziert. Im Herbst soll dann nach Vorstellungen der Schiedsstelle, über Pauschalen für Hebammen für Wegegeld und Rückbildungs- und Geburtsvorbereitungskurse verhandelt werden.

Allerdings gab es von der Gesundheitsministerkonferenz Anfang Juli in Hannover im Maritim Airport Hotel schon positive Signale für die Hebammen. Die Hebammenproblematik war einer der Tagesordnungspunkte und es sollten dort, unter Berücksichtigung des Ergebnisses der Schiedsstelle, Vorschläge zur Sicherung der Gebursthilfenversorgung durch Hebammen erarbeitet werden. (tf)