Schwere Grippewelle überstanden: Insgesamt fast 7000 Fälle

Sebastian
In der Saison 2014/2015 hat die Grippe deutlich häufiger zugeschlagen, als sonst üblich. Mit Blick auf die kommende Influenza-Saison hat dies aber auch Vorteile: Die nächste könnte vergleichsweise milde ausfallen.

Heftigste Grippewelle seit Jahren
Endlich ist es vorbei! Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, haben die Sachsen-Anhalter eine der heftigsten Grippewelle seit Jahren überstanden. Das Gesundheitsministerium teilte demnach auf Anfrage mit, dass die Arztpraxen bis Anfang Mai 6.624 Erkrankungen an die zuständigen Gesundheitsämter meldeten. Dies waren fast 14 Mal so viele Fälle wie in der relativ ruhigen Vorjahressaison (479 Fälle). Damit lag die Zahl auch nur noch leicht unter dem Spitzenwert aus der Grippesaison 2012/2013. Damals zählten die Behörden 7.040 Fälle.

Grippe-Virus besonders stark. (Bild: zuki70/fotolia)
Grippe-Virus besonders stark. (Bild: zuki70/fotolia)

Auf eine heftige Saison folgt eine vergleichsweise milde
Gesundheitsexperten zufolge geht die Grippesaison von Ende September oder Anfang Oktober (40. Kalenderwoche) bis Anfang Mai (Abschluss der 19. Kalenderwoche). Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Holger Paech, sagte, dass sich über die Jahre ein gewisser Rhythmus erkennen lasse: „Einer heftigen Saison folgt eine vergleichsweise milde, und im Jahr drauf schlägt die Grippe dann umso heftiger wieder zu.“ Die Grippeviren unterliegen einer ständigen genetischen Veränderung.

Schwächere Wirksamkeit des Impfstoffes
Am Impfstoff hatte es in der nun abgelaufenen Grippesaison teils heftige Kritik gegeben. Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hatte eingeräumt, dass bei einem der drei aktiven Virentypen mit einer schwächeren Wirksamkeit gerechnet werden müsse. Die Barmer GEK, die in Sachsen-Anhalt zentral für alle Kassen den Einkauf des Grippeimpfstoffs übernimmt, hatte angegeben dass zu Jahresbeginn rund 30 Prozent der Menschen im Land geimpft waren. Gesundheitsexperten wie das RKI raten Menschen aus Risikogruppen, wie chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Senioren oder medizinischem Personal, sich impfen zu lassen.

Wochenlange und ansteckende Erkrankung
Im Unterschied zur Erkältung ist die Virusgrippe Influenza eine wochenlange und ansteckende Erkrankung. Sie äußert sich unter anderem durch hohes Fieber, Gelenk- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Husten. Für Ältere und chronisch Kranke mit geschwächtem Immunsystem kann eine Influenza-Infektion sogar lebensbedrohlich werden, so dass es immer wieder zu Todesopfern kommt. Um einer Grippe vorzubeugen, raten Fachleute, auf eine gute Händehygiene zu achten und das Immunsystem zu stärken. (ad)