Heftige Schmerzen: So lassen sich Clusterkopfschmerzen verhindern

Alfred Domke

Experten-Tipps: Wie man Clusterkopfschmerz vorbeugen kann

Betroffene wissen: Clusterkopfschmerzen zählen zu den schlimmsten Kopfschmerzen überhaupt. Leider helfen gängige Mittel gegen die attackenartigen Schmerzen in der Regel kaum oder gar nicht. Sie sollten daher unbedingt fachärztlich behandelt werden. Dennoch können Patienten einige Dinge selbst tun, um Beschwerden vorzubeugen.


Clusterkopfschmerz tritt im Frühling gehäuft auf

Anfallsartiger, einseitiger intensiver bohrender oder brennender Schmerz im Bereich von Schläfe und Auge: Clusterkopfschmerz tritt im Frühjahr gehäuft auf. Laut dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) sind schätzungsweise 70.000 Menschen in Deutschland betroffen. Männer dreimal häufiger als Frauen. Gängige Methoden, die bei Spannungskopfschmerzen oder Migräne helfen, sind beim Clusterkopfschmerz oft wirkungslos. Betroffenen sollten versuchen, die Faktoren, die die Schmerzattacken auslösen, herauszufinden und dann zu meiden. Helfen kann es beispielsweise, sich mit einer Sonnenbrille vor grellem Licht zu schützen oder auf Alkohol und Kaffee zu verzichten.

Clusterkopfschmerzen gehören zu den schlimmsten Kopfschmerzen überhaupt. Gängige Mittel helfen hier meist nicht weiter. Betroffene können aber einige Dinge tun, um Schmerzen zu vermeiden. (Bild: puhhha/fotolia.com)

Starke bis unerträgliche Schmerzen

Wie der BVDN auf dem Portal „Neurologen und Psychiater im Netz“ erklärt, sind die Schmerzen, die immer einseitig hinter Auge, Stirn oder Schläfe sitzen, bohrend bis stechend, ihre Intensität ist stark bis unerträglich.

Typisch für die Erkrankung ist ein periodisch-wiederkehrendes Auftreten in sogenannten Clustern. Daran können sich dann für Monate beschwerdefreie Intervalle anschließen.

Die Kopfschmerzen setzen vermehrt zu bestimmten Tageszeiten ein und können in den Jahreszeiten Frühjahr oder Herbst verstärkt auftreten.

Patienten berichten von einer inneren Unruhe, können nicht ruhig liegen und laufen entweder umher oder bewegen den Oberkörper rhythmisch. Zudem sind sie während der Attacken aggressiv und gereizt.

Typische Begleiterscheinungen sind etwa eine laufende Nase, rote, tränende Augen und gelegentlich Hautrötungen im Gesicht.

Werden die Symptome nicht behandelt, dauern sie zwischen 15 und 180 Minuten an, parallel kann es auch zu Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit kommen.

Einatmen von reinem Sauerstoff hilft vielen Patienten

Laut den Experten hilft bis zu 70 Prozent der Betroffenen das Einatmen von reinem Sauerstoff über eine Atemmaske, die Mund und Nase abdeckt wenn die Maßnahme innerhalb der ersten 15 Minuten einer Attacke durchgeführt wird.

Falls diese Therapie nicht wirkt, wird der Arzt bestimmte Medikamente empfehlen. Es stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, die sich gegen die Beschwerden bewährt haben. Betroffene sollten sich daher fachärztlich beraten lassen.

„Entspannungsverfahren, Stressbewältigungstechniken, Akupunktur, Neuraltherapie, Biofeedback, Massagen und andere alternative Therapiemethoden, die beim Spannungskopfschmerz oder der Migräne helfen, sind beim Cluster-Kopfschmerz wirkungslos“, schreibt der BVDN.

Auslöse-Faktoren möglichst meiden

Um der Krankheit zu begegnen, sollte man versuchen, die Faktoren, die die Schmerzattacken auslösen, herauszufinden und dann zu meiden.

Das können unter anderem Umweltreize oder bestimmte Nahrungsmittel sein. Idealerweise führt man ein Tagebuch, um festzustellen, was die Trigger sind.

Da Alkohol ein bekannter Auslöser für Clusterkopfschmerzen ist, sollte besser darauf verzichtet werden. Ebenso wie auf das Rauchen.

Auch Kaffee, Nüsse und Glutamat können die Schmerzattacken auslösen. Zudem reagieren manche Betroffene auf Blendlicht. Gegen das helle Licht schützt eine Sonnenbrille. (ad)