Heilende Effekte durch Nüsse: Wirkungsvoll gegen Darmkrebs und Herzkrankheiten

Volker Blasek

Nüsse helfen gegen Herzkrankheiten und Darmkrebs

Nüsse sind ausgezeichnete Quellen für gesundes Fett, Protein und andere wichtige Nährstoffe. Mehrere Studien berichten, dass Nüsse auch bei Herzkrankheiten und Darmkrebs helfen können. Überraschende Befunde aus der Ernährungsforschung zeigten, dass Menschen, die regelmäßig Nüsse essen, ein geringeres Risiko haben, Herzinfarkte oder Herz-Kreislaufkrankheiten zu entwickeln. Des Weiteren zeigte eine Studie bei Darmkrebspatienten, dass der Konsum von Nüssen mit deutlich geringeren Risiken einer Rückkehr der Krankheit verbunden ist.


Ein Forscherteam des „Dana-Farber Cancer Institute“ in Bosten, USA, zeigte kürzlich in einer Studie, das Darmkrebspatienten, die regelmäßig Nüsse essen, sieben Jahre nach ihrer Operation sowohl eine bessere Chance (42 Prozent) haben, dass die Krankheit nicht zurückkehrt, als auch ein geringeres Sterberisiko (57 Prozent) haben – im Vergleich zu Patienten, die keine Nüsse aßen. Eine weitere Studienarbeit des „Department of Nutrition“ von der „Harvard School of Public Health“ in Boston, USA, zeigte, dass ein Nussverzehr mehrmals pro Woche mit einem 30 bis 50 Prozent geringeren Risiko für Herzinfarkte, plötzlichen Herztod oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Zusammenhang steht.

Mehrere Studien belegen die Heilkraft der Nuss. Offenbar hilft sie Darmkrebspatienten bei der Therapie und kann zum Schutz vor Herzkrankheiten beitragen. (Bild: karepa/fotolia.com)

Nüsse und Darmkrebs

Dank Nüssen den Darmkrebs überleben: „Der Verzehr von Nüssen ist einer der Faktoren, die das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, potentiell verändern kann“, berichtet Studienautor Dr. Temidayo Fadelu in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen. Nüsse seien allerdings kein Ersatz für Standardtherapien. Die Vorteile wurden zudem nur bei Baumnüssen, wie Walnüssen und Mandeln festgestellt. Bei Erdnüssen (eigentlich eine Hülsenfrucht) oder Erdnussbutter stellten sich die positiven Aspekte nicht ein.

Allgemein geringeres Sterberisiko durch Krebs

Die Arbeit knüpft an frühere Untersuchungen zu den Auswirkungen des Lebensstils auf die Entwicklung von Krebs an. In der damaligen großen Beobachtungsstudie aus dem „New England Journal of Medicine“ im Jahr 2013 zeigte sich, dass Menschen, die jeden Tag Nüsse gegessen hatten, elf Prozent weniger wahrscheinlich an Krebs starben, als Menschen, die keine Nüsse zu sich nahmen.

Nüsse sind gesund, aber kein Allheilmittel

Fadelu stellt klar, dass Nusskonsum nur ein Faktor unter einer ganzen Reihe von gesunden Verhaltensweisen ist, die die Wahrscheinlichkeit von Darmkrebs reduzieren. Erhöhte körperliche Aktivität, ein gesundes Gewicht und die geringe Aufnahme von Zucker und gezuckerten Getränken tragen ebenfalls dazu bei, die Wahrscheinlichkeit von Darmkrebs zu reduzieren.

Nüsse und Herzkrankheiten

Regelmäßig Nüsse essen schützt vor tödlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weitere Studien belegten, dass regelmäßiger Nusskonsum auch zur Verhinderung von Herzkrankheiten beitragen kann. „Eine Ernährung, die täglich 30 Gramm Nüsse enthält, kann das Risiko von Herzkrankheiten verringern“, schreibt das „Department of Nutrition“ der „Harvard School of Public Health“ in einer Pressemitteilung.

Nüsse wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus

Die ungesättigten Fette, die Nüsse enthalten, senken das schlechte LDL Cholesterin und erhöhen das gute HDL Cholesterin. Insbesondere Walnüsse enthalten eine Gruppe von ungesättigten Fettsäuren (Omega-3), die laut den Wissenschaftlern eine Entwicklung von Herzrhythmusstörungen wie Herzflimmern zu verhindern scheint. Omega-3-Fettsäuren können ebenfalls bei der Verhinderung von Blutgerinnsel beitragen und sind auch in fetten Fischen wie Lachs vorhanden.

Vorsicht vor Gewichtszunahme

Die Experten warnen jedoch davor, die Nüsse einfach zusätzlich auf den Speiseplan zu setzen. 30 Gramm Nüsse haben etwa 185 Kalorien. Wer diese zusätzlich am Tag verzehrt, könnte bis zu fünf Kilo in einem Jahr zunehmen. Laut den Wissenschaftlern ist es am besten, andere weniger gesunde Snacks wie Chips zu reduzieren und dafür die Nüsse zu essen oder diese anstelle von Fleisch in Hauptgerichten oder Salaten zu verwenden. (vb)