Heilende Hausmittel im Garten anbauen

Alfred Domke

Heilende Hausmittel im Garten anbauen

04.07.2013

Viele Pflanzen, mit denen man Krankheiten lindern kann, lassen sich oft ganz einfach im eigenen Garten oder auf dem Balkon als natürliche Hausmittel anpflanzen. Bei Salbei, Kamille oder Pfefferminze sind die heilenden Eigenschaften bekannt. Andere, wie etwa die Brennnessel gelten jedoch als Unkraut.

Heilpflanze des Jahres
Naturheilkundliche Methoden befinden sich seit Jahren im Aufwärtstrend. Mehr und mehr Patienten und Ärzte vertrauen dabei auch auf Heilpflanzen wie Ingwer, Nelken oder Zimt. Man darf aber nicht übersehen, dass es nicht nur exotische Pflanzen sind, die sich zur Behandlung von diversen Krankheiten anbieten, sondern dass auch viele Heilkräuter in heimischen Gefilden wachsen. Manche davon stammen zwar ursprünglich aus anderen Teilen der Welt, sind aber nach Jahrhunderten oder -tausenden auch hier weit verbreitet. So etwa Anis, der aus Asien und den östlichen Mittelmeerländern stammt und dank des breiten Spektrums an heilenden Wirkungen zur Heilpflanze des Jahres 2014 gekürt wurde.

Pflanzen aus der europäischen Region
„Ein Mensch heilt am besten durch das, was aus der gleichen Erde stammt", lautet ein Grundsatz der Volksmedizin. Darum werden in der westlichen Kräuterheilkunde auch Pflanzen aus der europäischen Region verwendet, um die Menschen die hier leben, zu unterstützen. Sie können innerlich beispielsweise als Tee oder äußerlich etwa in Form einer Salbe angewendet werden.

Herrgottsblut bringt Sonne ins Leben
Eine Pflanze, die nicht nur hier wächst, sondern auch besonders gut geeignet ist, Menschen hierzulande zu helfen, ist das Johanniskraut, im Volksmund auch Herrgottsblut genannt. Denn kaum ein anderes Gewächs wird so sehr mit der Sonne assoziiert, wie die Pflanze, die als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen oder innere Unruhe eingesetzt wird. Johanniskraut kann somit wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter bringen.

Aus dem eigenen Garten
Einheimische Pflanzen bringen noch weitere Vorteile mit sich. So kann man sie im eigenen Garten oder auf dem Balkon anbauen und kann sich dadurch sicher sein, dass keine gefährlichen Chemikalien dafür verwendet werden. Einige von den Pflanzen, wie die Brennnessel, wachsen fast überall wild und gelten als Unkraut. Die meisten Gewächse, die man selbst säen oder anpflanzen muss, sind in der Regel ganz einfach großzuziehen. Hier einige Beispiele dafür:

Baldrian
Auch wenn Katzen dadurch regelrecht euphorisch werden, beim Menschen entfaltet Baldrian eine beruhigende Wirkung. Baldrian zeigte in Studien ähnliche Effekte wie das Schlaf- und Beruhigungsmittel Oxazepan, jedoch mit bedeutend weniger Nebenwirkungen und wird als Tee, Tinktur oder Pulver eingesetzt.

Bärlauch
Der stark an Knoblauch erinnernde Bärlauch ist zum Beispiel im Kräuterquark eine leckere und gesunde Zutat. Bärlauch fördert nicht nur die Verdauung, sondern kann auch Arteriosklerose verhindern und den Blutdruck senken.

Brennnessel
Auch wenn die meisten Menschen eher die brennende Wirkung auf der Haut oder den Begriff Unkraut in Verbindung bringen: Brennnesseln enthalten viel Vitamin C und können unter anderem blutreinigend wirken und helfen bei gutartiger Prostatavergrößerung. Brennnessel wird vor allem als Tee zubereitet.

Holunder
Auch Holunder ist reich an Vitamin C und enthält außerdem das B-Vitamin Niacin und schweißtreibende Glykoside. Die Blüten des Holunder werden beispielsweise als Tee für Schwitzkuren bei Fieber und Erkältungen eingesetzt. Man kann die Pflanze auch als Saft genießen und neuerdings findet man sie in vielen Erfrischungsgetränken.

Kamille
Den Duft von Kamille kennt wohl jeder hierzulande. Auch wenn die Pflanze immer seltener in der freien Natur anzutreffen ist, in Form von Tee gilt die Kamille immer noch als Universalmittel. Entzündungen und Krämpfe aller Art können damit gelindert werden. Auch Atem- und Verdauungsprobleme werden mit der Pflanze behandelt.

Melisse
Da sie beim Zerreiben leicht zitronenartig riecht, wird sie auch Zitronenmelisse genannt. Schwerpunktmäßig findet die Melisse in Teeform gegen nervöse Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Reizbarkeit und andere nervlich bedingte Beschwerden Anwendung. In Ölform wirkt Melisse krampflösend und entspannend und kann das Wachstum von Viren und Pilzen hemmen.

Pfefferminze
Menthol ist der Hauptwirkstoff der Pfefferminze. Das Gewächs wirkt krampflösend und wird meist als Tee bei Magenreizungen sowie bei Darm- und Menstruationsbeschwerden verwendet. Bei äußeren Anwendung kann es Kopfschmerzen lindern. Ganz ähnliche Wirkungen haben andere Minzenarten wie etwa die Wasserminze.

Salbei
Salbei, als Tee, in Bonbons oder auch als Zutat für leckere Pastasaucen, ist in aller Munde. Bei Halsschmerzen und Halsentzündungen aller Art ist Salbei die Pflanze der Wahl. Sie wirkt schweißhemmend, sowie antibiotisch und entzündungshemmend. Da Salbei so vielfältige Heilwirkungen hat, wird sie manchmal gar als Allheilmittel bezeichnet.

Nur eine kleine Auswahl
Die aufgelisteten Pflanzen stellen nur eine Kleine Auswahl an heimischen Heilpflanzen dar. Es gibt noch so viele mehr, bei denen die heilende Wirkung oft unbekannt ist. Basilikum, Dill, Schnittlauch, Majoran oder Rosmarin: die Liste ist lang. Richtig angewendet bringen Kräuter überraschende Aromen in viele Speisen. Kräuter lassen sich meist ganz gut auch auf der heimischen Fensterbank anbauen und können einen Beitrag zu gesundheitsbewusster Ernährung leisten. (ad)

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Bild: adel / pixelio.de