Studien: Helles Tageslicht schützt Kinder vor einer Kurzsichtigkeit

Fabian Peters
Kurzsichtigkeit bei Kindern durch Spielen im Freien vermeiden

Das Spielen im Freien kann Kinder offensichtlich vor einer Kurzsichtig bewahren, da helles Licht Dopamin in der Netzhaut freisetzt und das Längenwachstum des Augapfels reduziert, so die Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Zahlreiche Studienergebnisse würden darauf hinweisen, dass der Aufenthalt im Freien der Entwicklung einer Kurzsichtigkeit entgegenwirke, vermutlich aufgrund der besseren Lichtverhältnisse.

Den Angaben der beiden Fachgesellschaften zufolge ist „etwa jeder dritte Bundesbürger kurzsichtig – Tendenz steigend.“ Die sogenannte Myopie (Kurzsichtigkeit) nehme in vielen Staaten Europas, Amerikas und besonders stark in Südostasien geradezu epidemische Züge an. Mehrere Studien hätten jedoch ergeben, dass der Fehlsichtigkeit relativ leicht entgegenwirkt werden kann. So würden Kinder „umso seltener eine Kurzsichtigkeit entwickeln, je häufiger und länger sie sich im Freien aufhalten“, berichten die DGE und die DOG.

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Zusammenhang zwischen dem Ausbildungsstand und Kurzsichtigkeit
Bei der Kurzsichtigkeit ist laut Aussage der Experte in der Regel der Augapfel zu lang und damit die Entfernung der Hornhaut und Linse von der Netzhaut größer als normal. Daher würden kurzsichtige Menschen weiter entfernte Gegenstände nur verschwommen wahrnehmen, während sie nahe Dinge problemlos erkennen können. Wieso einigen Menschen eine Myopie entwickeln und andere nicht, ist bis heute allerdings nicht abschließend geklärt. „Immer wieder werden Erbfaktoren genannt“, doch könne dies nicht der einzige Grund sein, erläutert Professor Helmut Schatz, Mediensprecher der DGE aus Bochum. Hier habe bereits eine Studie aus dem Jahr 1969 bei den Inuit im Norden Alaskas gezeigt, dass der Lebensstil offensichtlich ebenfalls eine wesentliche Rolle spielt. Zudem hätten viele Studien einschließlich der kürzlich erschienenen „Gutenbergstudie“ aus Mainz belegt, dass Kurzsichtigkeit auch eng mit dem Ausbildungsstand verknüpft sei. Ausbildung beinhalte mehr Lesen und mehr Aufenthalt in geschlossenen Räumen. In den meisten epidemiologischen Studien sei ein Zusammenhang zwischen Kurzsichtigkeit und „Naharbeit“ festzustellen gewesen, wobei jedoch immer noch schwer zu fassen bleibe, was genau beim Lesen die Kurzsichtigkeit auslöst, erläutert, Professor Frank Schaeffel vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Tübingen.

Ausreichend Tageslicht schützt vor Kurzsichtigkeit
Das Tageslicht spielt bei der Entwicklung der Kurzsichtigkeit laut Mitteilung der beiden Fachgesellschaft eine wesentliche Rolle. So hätten zahlreiche Studien darauf hingewiesen, „dass der Aufenthalt im Freien bei Kindern einer Kurzsichtigkeit entgegenwirkt – vermutlich wegen der besseren Lichtverhältnisse“, berichtet der DOG-Experte Professor Schaeffel. In Innenräumen würden meist nicht mehr als 500 Lux erreicht, an sonnigen Tagen im Freien dagegen selbst im Schatten etwa 10.000 Lux. Dies hat offensichtlich einen erheblichen Einfluss auf die Sehkraft. Kurzsichtigkeit bei Kindern lasse sich vermutlich verhindern, wenn sie täglich etwa drei Stunden lang mindestens 10.000 Lux ausgesetzt sind, schreiben die DOG und die DGE. Die Experten empfehlen daher: „Kinder sollten so viel wie möglich im Freien spielen.“ (fp)

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Bildnachweis: Marie-A. Becher  / pixelio.de