Hepatitis-A: Keine rohen Speisen im Urlaub

Sebastian

Hepatitis-A Infektionsgefahr: Keine rohen Speisen im Urlaub verzehren

28.06.2011

Gastroenterologen in Deutschland warnen aktuell vor dem Genuss von rohen Speisen im Urlaub. In der Mittelmeer-Anrainer Region könnte durch nicht abgekochtes Essen oder Trinkwasser Hepatitis-A übertragen werden.

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Wer Urlaub in den Mittelmeer-Anrainer Staaten plant, sollte auf das Essen von rohen Speisen und nicht abgekochtem Wasser verzichten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin könnte Urlaubern eine Infektion mit der viralen Hepatitis-A-Erkrankung drohen. Das bedeutet auch, auf Eiswürfel in Kaltgetränken zu verzichten, weil auch diese als mögliche Quelle einer Infektionskrankheit gilt.

Hepatitis-A kann durch kontaminierte rohe Speisen wie Salate oder nur halb erwärmte Gerichte wie Muscheln, Meeresfrüchte oder Schalentiere übertragen werden. Darauf weist der Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen in Deutschland (BNG) in Ulm hin. Auch verunreinigtes Trinkwasser gilt als möglicher Überträger der Infektionskrankheit. Vorsicht gilt auch bei Kaltgetränken, in denen Eiswürfel enthalten sind. Die Würfel werden in den allermeisten Fällen aus dem Leitungswasser hergestellt. Das Wasser gilt in vielen Ländern zudem nicht als Trinkwasser geeignet. Die Mediziner betonen, dass eine Hepatitis-A Erkrankung in den meisten Fällen gut verheilt. Allerdings kann die Erkrankung auch einen schweren Verlauf nehmen.

Laut Analysen des Robert-Koch-Instituts in Berlin werden rund die Hälfte aller in Deutschland registrierten Hepatitis-A-Fälle aus dem Ausland eingeschleppt. Halten sich Bundesbürger länger im Ausland auf, so rät die Ständige Impfkommission am Institut eine Impfung gegen Hepatitis-A und B.

Hepatitis-A ist eine virale Infektionskrankheit. Bei Ansteckung leiden Patienten unter einer akuten Leberentzündung. Die Erkrankung verläuft nie chronisch sondern heilt zumeist ohne schwere Komplikationen aus. Hat man sich angesteckt, so tritt nach gut 25 bis 30 Tagen Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall, Müdigkeit, selten eine schwere Gelbsucht, dunkler Urin und heller Stuhlgang ein, wenn als Komplikation ein möglicher Gallenstau hinzu kam. Eine schulmedizinische Therapie gibt es nicht. Ärzte empfehlen Patienten Schonung. In der Naturheilkunde kommen Leberschonende Heilpflanzen zur Anwendung. Als wichtigste Heilpflanze sei hier die Artischocke genannt. Sie besitzt eine antioxidative Wirkung und stimuliert die Produktion und Ausscheidung der Gallenflüssigkeit. Die Galle ist Organ zur Entgiftung der Leber. Feuchtwarme Leberwickel können die Leberdurchblutung reflektorisch verbessern und helfen ebenfalls bei der Entgiftung der Leber. (sb)