Hepatitis-A-Viren in Erdbeer-Joghurt-Schnitte?

Sebastian

Der Hersteller "Aerzener Brot und Kuchen GmbH" warnt vor dem Verzehr seines Produkts „Natreen Erdbeer-Joghurt-Schnitte 400 g". Möglicherweise enthalten einzelne Chargen Hepatitis A auslösende Viren. Verbraucher, die bereits das Lebensmittelprodukt gekauft haben, sollten es in keinem Fall essen.

23.11.2012

Die Aerzener Brot und Kuchen GmbH hat mit einer aktuellen Mittlung Behörden und Verbraucher darüber in Kenntnis gesetzt, dass einzelne Chargen Produkts „Natreen Erdbeer-Joghurt-Schnitte 400 Gramm" mit Hepatitis A Viren kontaminiert sein könnten. Nach Informationen des Unternehmens werden bereits alle betroffenen Waren im Zuge eines Rückrufs aus den Regalen in den Supermärkten entfernt.

Importierte Erdbeeren könnten mit dem Hepatitis-A-Virus verseucht sein
Der Rückruf wurde veranlasst, weil der Hersteller von den zuständigen Behörden darüber informiert wurde, dass die aus China importierten Erdbeeren mit Hepatitis A-Viren verseucht sein könnten. Ein erster Verdacht war entstanden, nachdem Behörden in Belgien von dem gleichen Lieferanten Erdbeeren labortechnisch untersucht hatten. Demnach sei die möglicherweise stattgefundene Kontamination nicht beim Herstellungsprozess in Deutschland entstanden, sondern bereits im Ausland. Eben jene Erdbeeren wurden jedoch auch für die Produktion der „natreen Erdbeer.Joghurt-Schnitte“ mit einem Gewicht von 400 Gramm verarbeitet

Nach Bekanntgabe der Behördeninformation hat der Lebensmittelhersteller der „natreen Erdbeer-Joghurt-Schnitte“ nach eigenen Angaben eine sofortige Untersuchung eingeleitet und die weitere Produktion gestoppt. Zusätzlich hat das Unternehmen und der Vorlieferant eine Laboruntersuchung veranlasst. Glücklicherweise konnten bislang keine Hepatitis-A Viren in den Erdbeeren gefunden werden. Noch steht allerdings das amtliche Endergebnis der Lebensmittelüberwachungsbehörde aus.

Nicht verzehren sondern in den Handel zurückbringen
Nach Angaben des Fabrikanten könnten verseuchte Erdbeeren in die Produktion gelangt sein, weshalb vorsorglich bestimmte Chargen aus dem Handel entfernt wurden. In jeder Packung befinden sich insgesamt vier Schnitten. Betroffen sind Chargennummern: Charge L 12048 mit einer MHD bis 05/2013, Charge L 12083 mit einer MHD bis 06/2013, Charge L 12114 mit einer MHD bis 07/2013, Charge L 12145 mit einer MHD bis 09/2013, Charge L 12180 mit einer MHD bis 10/2013 sowie Charge L 12297 mit einer MHD bis 01/2014.

Verbraucher, die bereits genannte Chargen gekauft haben, sollten in keinem Falle das Produkt verzehren, sondern in den Handel zurückbringen. Dort wird gegen Vorlage des Kassenbons der Kaufpreis erstattet. Im Anschluss kann der Supermarkt das Produkt sachgemäß entsorgen. Betroffen sind bisher die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen.

Hepatitis-A wird durch Viren verursacht. Das Hauptsymptom der Infektionskrankheit ist eine akute Leberentzündung. Meist heilt die Erkrankung ohne schwerwiegende Komplikationen aus. In den häufigsten Fällen werden die Viren durch verunreinigte Lebensmittel oder Trinkwasser übertragen. Die Inkubationszeit beträgt 25 bis 30 Tage. Erste Beschwerden sind Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Müdigkeit, Fieber, heller Stuhlgang und dunkler Urin. Selten tritt eine Gelbsucht auf.

Update 25.11.2012: Auch die von den Behörden selbst entnommenen Proben sind ohne Befund geblieben. Das heißt, Hepatitis-Viren konnten in den Proben nicht festgestellt werden. Weitere Probenergebnisse liegen Anfang der Woche vor. Außerdem scheint sich die ursprüngliche Vermutung, dass die in Belgien vertriebenen Erdbeeren mit den in Deutschland verarbeiteten identisch sind, nicht zu bestätigen, wie das Unternehmen heute in einer Erklärung mitteilte. (sb)

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Foto: Hersteller