Herz-Studie: Jo-Jo-Effekte erhöhen die Risiken für schwere Herz-Kreislauf-Krankheiten

Fabian Peters
Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko bei Gewichtsschwankungen deutlich erhöht
Der Versuch einer Diät endet nach den ersten Erfolgserlebnissen oftmals mit dem Jo-Jo-Effekt. Wer häufiger eine Diät versucht und anschließend erneut Körpergewicht zulegt, nimmt dabei laut einer aktuellen Studie unter Umständen deutlich erhöhte Gesundheitsrisiken in Kauf. Durch die Fluktuation des Körpergewichts steige das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Todes – insbesondere bei Patienten, die bereits an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) leiden, berichtet das Forscherteam um Professor Sripal Bangalore von der New York University School of Medicine.

Die Fluktuation des Körpergewichts ist ein Risikofaktor für koronare Ereignisse und einen frühzeitigen Tod bei Patienten ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen, berichten die Wissenschaftler. Inwiefern der Jo-Jo-Effekt speziell bei Patienten mit bereits bestehender koronarer Herzkrankheit ein Risiko darstellt, haben die Forscher in ihrer aktuellen Studie untersucht. Bei den KHK-Patienten steigt demnach das Risiko eines vorzeitigen Todes und weiterer Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich, wenn wiederholt Diäten mit anschließendem Jo-Jo-Effekt durchgeführt werden. Ihre Studienergebnisse haben die Wissenschaftler in dem Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ (NEJM) veröffentlicht.

Der Jo-Jo-Effekt macht nicht nur die Erfolge einer Diät zunichte, sondern erhöhte auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Bild: bmf-foto.de/fotolia.com)

Erhöhtes Risiko für koronare und kardiovaskuläre Erkrankungen
Anhand von 9.509 Probanden überprüften die Forscher mögliche Zusammenhänge zwischen dem schwankendem Körpergewicht und koronaren Erkrankungen (beispielsweise Herzinfarkt) sowie kardiovaskulären Erkrankungen (z. B. Periphere Gefäßkrankheit) im weiteren Sinne.Innerhalb des Beobachtungszeitraums registrierten die Forscher 2.091 koronare Erkrankungen, 2.727 kardiovaskuläre Erkrankungen und 487 Todesfälle. Bei der Analyse in Zusammenhang mit den Fluktuationen des Körpergewichts stellten die Forscher fest, dass bei dem Fünftel der Probanden mit den höchsten Schwankung des Körpergewichts das Risiko eines koronaren Ereignisses um 64 Prozent höher war, als bei dem Fünftel der Probanden mit den geringsten Gewichtsschwankungen.

Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
Das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses habe in der Gruppe mit den stärksten Gewichtsschwankungen um 85 Prozent höher gelegen, und das eines vorzeitigen Todes um 124 Prozent höher, berichten die Wissenschaftler weiter. Außerdem lag ihr Herzinfarkt-Risiko 117 Prozent höher und das Schlaganfall-Risiko 136 Prozent höher als bei den Probanden mit den geringsten Gewichtsschwankungen, schreiben die Forscher im NEJM.

Auf Diäten besser verzichten?
Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass Patienten mit koronarer Herzkrankheit durch die Fluktuation des Körpergewichts eine deutlich höhere Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen und wesentlich häufiger frühzeitig versterben. Ein Aspekt, der bei dem Wunsch nach einer Diät stets bedacht werden sollte. Denn schlimmstenfalls ist das Gesundheitsrisiko durch den Jo-Jo-Effekt höher, als ein konstant vorhandenes Übergewicht. (fp)