Herzgesundheit: Schokoladen-Verzehr hilft gegen Vorhofflimmern

Alfred Domke
Studie: Schokolade kann Risiko für Herzrhythmusstörungen reduzieren
Vorhofflimmern ist mit geschätzt mehr als zwei Millionen Betroffenen die häufigste Herzrhythmusstörung in Deutschland. Mediziner raten in der Regel zu einem gesünderen Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung, um solchen Krankheiten vorzubeugen. In einer Studie zeigte sich nun, dass offenbar auch der moderate Konsum von Schokolade helfen kann.

Zwei Millionen Deutsche leiden an Vorhofflimmern
Schätzungen zufolge leiden rund zwei Millionen Menschen in Deutschland an Vorhofflimmern. Um der häufigsten Herzrhythmusstörung hierzulande vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, dass begünstigende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Koronare Herzkrankheit (KHK) behandelt werden. Auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sollte verzichtet werden. Zudem wird ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung empfohlen. Übergewicht ist zu vermeiden. Forscher berichten nun über eine weitere Möglichkeit, die helfen kann, Vorhofflimmern zu vermeiden: der Konsum von Schokolade.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung in Deutschland. Um vorzubeugen sollte man sich unter anderem ausgewogen ernähren und regelmäßig bewegen. Laut einer neuen Studie kann auch Schokolade zur Prävention beitragen. (Bild: digieye/fotolia.com)

Schokolade scheint gesünder zu sein als ihr Ruf
Eigentlich gilt Schokolade als ungesunder Dickmacher. In den vergangenen Jahren gab es allerdings verschiedene Untersuchungen, die dem leckeren Naschwerk durchaus auch positive gesundheitliche Auswirkungen bescheinigten – vor allem auf das Herz.

So zeigte sich in einer US-amerikanischen Studie im vergangenen Jahr, dass dunkle Schokolade die Herz-Kreislauf-Gesundheit verbessert.

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In einer weiteren Untersuchung gab es Hinweise darauf, dass selbst Vollmilchschokolade zu einem gesünderen Herzen beitragen kann.

Die Forscher mutmaßen, dass dies darauf hindeuten könne, dass nicht nur antioxidativ wirkende Substanzen wie Flavonoide den Zusammenhang mit Herzkrankheiten erklären, sondern auch Bestandteile der Milch wie Kalzium und Fettsäuren.

Nun zeigten sich in einer Studie weitere gesundheitliche Vorteile: Wie es in einer Mitteilung der Harvard Universität (USA) heißt, ging der moderate Konsum von Schokolade in einer wissenschaftlichen Untersuchung mit einem signifikant niedrigerem Risiko für Vorhofflimmern einher.

Hoher Kakao-Anteil von Bedeutung
Die Experten weisen in ihrer Mitteilung darauf hin, dass schon frühere Studien zu dem Schluss kamen, dass insbesondere dunkle Schokolade mit einem hohen Kakao-Anteil kardiovaskuläre Vorteile mit sich bringt.

In der aktuellen Untersuchung von Forschern der Harvard T.H. Chan School of Public Health wurden die Daten von 55.502 Männern und Frauen ausgewertet, die an einer dänischen Studie teilgenommen hatten. Diese war von Wissenschaftlern des Aalborg University Hospital in Dänemark durchgeführt worden.

Von den Probanden, die zwischen Dezember 1993 und Mai 1997 rekrutiert worden waren, wurden auch gesundheitliche Bedingungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf Krankheiten sowie Daten über ihre Ernährung und Lebensstil miteinbezogen.

Weniger Vorhofflimmern durch Schokoladenkonsum
Während des 13,5-jährigen Beobachtungszeitraums wurde bei insgesamt 3.346 Studienteilnehmern Vorhofflimmern diagnostiziert.

Die Forscher stellten fest, dass die Rate bei Probanden, die ein bis dreimal pro Monat eine Unze Schokolade (1 Unze = 28,35 Gramm) aßen, um zehn Prozent niedriger war, als bei denen, die weniger davon konsumierten.

Bei denen, die eine Portion wöchentlich zu sich nahmen, war die Zahl um 17 Prozent geringer und diejenigen, die zwei bis sechs Portionen pro Woche aßen, hatten eine 20 Prozent niedrigere Rate.

Mit höherem – täglichen – Schokoladenkonsum nahm der gesundheitliche Vorteil aber wieder ab.

Die Ergebnisse der Studie wurden vor kurzem im Fachmagazin „Heart“ veröffentlicht.

Kein Aufruf zum übermäßigen Naschen
„Trotz der Tatsache, dass die meiste Schokolade, die von den Studienteilnehmern konsumiert wurde, wahrscheinlich relativ geringe Konzentrationen an potentiell schützenden Inhaltsstoffen hatte, beobachteten wir dennoch eine signifikante Assoziation zwischen dem Essen von Schokolade und einem niedrigeren Risiko von Vorhofflimmern“, erklärte Elizabeth Mostofsky von der Harvard Chan School.

Das deutet darauf hin, „dass auch der Konsum kleiner Mengen Kakao eine positive gesundheitliche Auswirkung haben könnte“, so die Expertin.

Doch „es ist nicht empfehlenswert, übermäßig viel Schokolade zu essen, da diese durch Zucker und Fett reich an Kalorien ist und zu Übergewicht und anderen metabolischen Problemen führen kann“, sagte Mostofsky.

„Aber eine mäßige Aufnahme von Schokolade mit hohem Kakaogehalt kann eine gesunde Wahl sein.“ (ad)