Herzkranker Junge: Vergleich beim Organ-Streit

Heilpraxisnet

Herzkranker Junge: Eltern und Klinik einigen sich

13.09.2014

Im Streit um die Behandlung eines herzkranken Jungen aus der Türkei haben sich die Eltern und das Uni-Klinikum in Gießen vorerst geeinigt. Die Eltern hatten geklagt, da sich die Mediziner weigerten, den todkranken Jungen auf die Warteliste für ein Spenderherz zu setzen.

Herzkranker Junge soll von anderen Ärzten untersucht werden
Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge gibt es im Streit um die Behandlung eines herzkranken Jungen, der dringend ein Spenderorgan braucht, einen Vergleich zwischen den Eltern und dem Uni-Klinikum in Gießen. Vor dem Landgericht einigten sich die Parteien demnach darauf, dass in den kommenden vier Wochen Mediziner anderer Kliniken den fast Zweijährigen untersuchen können. Falls sie eine Möglichkeit für eine Transplantation sehen, sollen sie das Kind übernehmen. Die Eltern hatten geklagt, um zu erreichen, dass ihr Sohn auf die Warteliste kommt.

Ärzte hatten wegen einem Hirnschaden des Jungen abgelehnt
Die Ärzte hatten eine Listung für ein neues Herz abgelehnt, nachdem der Junge kurz vor seiner Verlegung aus einem Istanbuler Krankenhaus nach Gießen – wo der Junge ein neues Herz bekommen sollte – einen Herzstillstand und in Folge einen Hirnschaden erlitten hatte. Dies und weitere Risiken sind es, die aus Sicht der Gießener Ärzte eine Transplantation laut den Gesetzen unmöglich machen. Derzeit wird der Junge in der Universitätsstadt behandelt, die Technik hält ihn am Leben. Noch ist der Rechtsstreit mit dem Vergleich nicht beigelegt. Sollte kein anderes Transplantationszentrum für den Jungen gefunden werden, müssen die Richter erneut entscheiden.

Herztransplantationen in Deutschland seit Jahren rückläufig
In Deutschland ist zwar die herzchirurgische Versorgung auf hohem Niveau, wie Anfang des Jahres berichtet wurde, doch aus Sicht der Herzchirurgen setzt sich bei den Zahlen der Herztransplantationen hierzulande eine dramatische Entwicklung fort. So sind solche Eingriffe an den 22 Transplantationszentren in Deutschland, die Spenderherzen transplantieren, seit 1997 deutlich zurückgegangen. Professor Anno Diegeler, Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) erklärte im Januar: „Wir Herzchirurgen erleben jeden Tag das Leid unserer zurzeit rund 1.000 Patienten auf den Wartelisten. Aufgrund ihres lebensbedrohlichen Erkrankungszustandes müssen viele dieser schwerst-herzkranken Menschen meist mehrere Monate auf einer Intensivstation auf die lebensrettende Transplantation warten.“ (ad)

Bild: Nicole Celik / pixelio.de