Herzstudien: Ein gebrochenes Herz kann zu langfristigen Herzschäden führen

Alexander Stindt
Wie wirken sich starker emotionaler Stress und Trauer auf unser Herz aus?
Die meisten Menschen haben schon einmal in ihrem Leben unter einem gebrochenen Herzen gelitten, nachdem sie schweren emotionalen Stress ertragen mussten. Forscher fanden jetzt heraus, dass das gebrochene Herz-Syndrom (Broken-Heart-Syndrom) tatsächlich zu länger anhaltenden Schäden am Herzmuskel führen kann.

Die Wissenschaftler der University of Aberdeen stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass das sogenannte Tako-Tsubo-Syndrom (Broken-Heart-Syndrom) zu lang anhaltenden Schäden am Herzmuskel führen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of the American Society of Echocardiography“.

Trauer und schwerer emotionaler Stress wirken sich natürlich negativ auf die Psyche der Betroffenen aus. Ereignisse wie beispielsweise ein Trauerfall können aber auch zu lang anhaltenden Schäden am menschlichen Herzen führen. (Bild: bramgino/fotolia.com)

Bewegungen des Herzens wurden verzögert und reduziert
Alleine in Großbritannien betrifft das Tako-Tsubo-Syndrom jedes Jahr etwa 3.000 Menschen. Bei der aktuellen Studie wurden insgesamt 52 Tako-Tsubo-Patienten über einen Zeitraum von vier Monaten medizinisch überwacht, erläutern die Forscher. Mit der Hilfe von Ultraschall- und MRT-Scans des Herzens fanden die Experten heraus, dass die Erkrankung die Bewegungen des Herzens dauerhaft beeinflusst. Die verdrehende Bewegung des Herzens, welche dieses während des Herzschlags macht, wurde verzögert und die quetschende Bewegung des Herzen wurde reduziert, erläutern die Autoren der Studie.

Langfristige Überlebensraten ähnlich wie bei einem Herzinfarkt
Außerdem stellten die Wissenschaftler fest, dass Teile des Herzmuskels durch feine Narben ersetzt werden. Dadurch wird die Elastizität des Herzen reduziert und so verhindert, dass es sich ordnungsgemäß zusammenziehen kann, sagen die Wissenschaftler. Die Ergebnisse der Untersuchung könnten helfen zu erklären, warum das sogenannte Takotsubo-Syndrom zu ähnlichen langfristigen Überlebensraten führt, wie bei Menschen mit einem Herzinfarkt, sagen die Wissenschaftler.

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Broken-Heart-Syndrom führt zu lange andauernden Schäden am Herzen
Es wurde bisher angenommen, dass Menschen mit dem Tako-Tsubo-Syndrom sich auch ohne medizinische Eingriffe wieder vollständig erholen. Die Untersuchung hat jetzt aber gezeigt, dass diese Krankheit viel länger andauernde schädliche Auswirkungen auf die Herzen der Betroffenen hat, als vermutet, erklären die Forscher in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.

Erkrankung tritt häufiger auf
Jüngste Studien haben gezeigt, dass diese Krankheit nicht so selten ist, wie wir bisher annahmen, sagen die Autoren. Die Auswirkungen des sogenannten gebrochenen Herzen-Syndroms auf das Herz von Patienten seien so gravierend, dass dieses Thema durchaus ernst genommen werden sollte.

Erholung kann länger dauern oder überhaupt nicht eintreten
Die Studie hat klar gezeigt, dass bei einigen Patienten mit dem Tako-Tsubo-Syndrom verschiedene Aspekte der Herzfunktionen bis zu einem Zeitraum von vier Monaten anormal beeinflusst werden. Besonders besorgniserregend ist, dass die Herzen der Erkrankten eine Form von Narbenbildung aufweisen. Dies deutet darauf hin, dass eine vollständige Erholung bei solchen Personen viel länger dauern kann oder schlimmstenfalls gar nicht eintritt, sagen die Autoren. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit hervor, dringend neue und effektivere Behandlungen für dieses verheerende Syndrom zu entwickeln, betonen die Studienautoren. (as)