Heuschnupfen-Alarm: Pollenallergiker leiden jetzt

Fabian Peters

Besonders Starke Pollenflug in den kommenden Wochen erwartet

21.04.2013

Blieben Pollenallergiker bislang aufgrund des langen Winters von stärkeren Heuschnupfen-Attacken verschont, so trifft es sie nun mit der plötzlich einsetzenden Blüte von Erle, Pappel, Weide, Birke und anderen potentiellen Allergie-Auslösern besonders heftig. Die verzögerte Blütezeit der Frühblüher hat zur Folge, dass in den kommenden Wochen zahlreiche Pflanzen gleichzeitig ihre Pollen freisetzen und Heuschnupfen-Patienten besonders zu leiden haben, warnen Experten, wie der Pneumologe Claus Kroegel vom Universitätsklinikum Jena.

Insbesondere die Blütezeit der sogenannten Frühblüher hat sich dieses Jahr aufgrund der lange anhaltenden Kälte deutlich verzögert. Normalerweise sind zum Beispiel die Pollen von Erle und Hasel bereits ab Januar in der Luft und bis Ende April haben sie ihre Blütezeit hinter sich. Doch dieses Jahr hat sich die Blütezeit deutlich nach Hinten verschoben, so dass sie gemeinsam mit anderen potenziellen Heuschnupfen-Auslösern, wie Weiden, Pappeln, Eiben, Eschen und Birken, blühen. Insbesondere der Beginn der Birkenblüte ist für viele Heuschnupfen-Patienten – auch ohne die nun zu erwartende besonders hohe Pollenkonzentration in der Luft – eine erhebliche Belastung, da die Birkenpollen zu den häufigsten Allergie-Auslösern zählen.

Pollenallergie sollte ärztlich untersucht werden
Verspätet, aber dafür mit umso mehr Wucht, setzt nach dem langen Winter der Pollenflug ein. Insgesamt werden nach Einschätzung der Experten zwar nicht mehr Pollen freigesetzt als in anderen Jahren, doch geschieht dies in den nächste Wochen besonders geballt, so das kurzfristig extrem hohe Pollenbelastungen in der Luft erreicht werden können. Für die rund 15 Prozent der Bevölkerung, welche laut Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB), an einer Pollenallergie und Heuschnupfen leiden, eine durchaus unangenehme Folge des lange ersehnten Frühlings. Sie leiden verstärkt unter den typischen Heuschnupfen-Symptomen, wie tränenden, juckenden Augen, Schnupfen und eventuell Husten. Die Beschwerden sind dabei nicht nur lästig sondern könne auch auf die Bronchien übergehen. Nicht selten entwickelt sich so aus dem Heuschnupfen dabei ein allergisches Asthma. Heuschnupfen-Patienten sollten ihre Pollenallergie daher nicht einfach ignorieren, sondern die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten nutzen.

Unterschiedliche Behandlungsansätze bei Heuschnupfen
Zwar orientiert sich die Behandlung des Heuschnupfens oftmals lediglich an der medikamentösen Linderung der Symptome mit Hilfe sogenannter Antihistaminika oder Glukokortikoide (Kortison), doch kann auch dies eine weitere Verschlechterung der Allergie durchaus vermeiden. Um die Pollenallergie zu überwinden, sind jedoch andere Methoden erforderlich. Ein Verfahren, das sich hier in jüngster Vergangenheit wachsender Beliebtheit erfreut hat, ist die sogenannte Hyposensibilisierung, bei der durch den regelmäßigen Kontakt mit den Allergenen die allergische Reaktion gänzlich überwunden werden soll. Die Naturheilkunde setzt auch Akupunktur, Homöopathika, Schüssler Salze, die Eigenbluttherapie, Bachblütentherapie und Hypnose zur Beseitigung des Heuschnupfens beziehungsweise zur Linderung der Beschwerden ein. Die Darmsanierung ist hier eine weitere vielversprechende Behandlungsoption.

Kontakt mit Allergie-auslösenden Pollen meiden
Letztendlich können Pollenallergiker auch versuchen, den Kontakt mit ihren persönlichen Allergenen möglichst zu vermeiden, wobei dies unter Umständen jedoch mit einigem Aufwand verbunden ist. Steht fest, welche Pollen die Allergie auslösen, lohnt sich hier ein Blick in einen aktuellen Pollenflugkalender, um festzustellen wie hoch die Belastung der Luft ist und möglicherweise entsprechende Vorkehrungen zu treffen. So empfiehlt sich bei hohen Pollenbelastungen der Luft ein Verzicht auf Aufenthalte im Freien, Fenster sollten möglichst nicht geöffnet, die draußen getragene Kleidung idealerweise nicht mit in die Wohnräume genommen und das Haar vermehrt gewaschen werden. Für die Belüftung in Autos sind außerdem sogenannte Pollenschutzfilter verfügbar. (fp)

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