Heuschnupfen: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Sebastian

Heuschnupfen: Antworten auf die wichtigsten Fragen

In Deutschland haben rund 13 Millionen Menschen mit Pollenallergie und Heuschnupfen zu kämpfen. Die Haupt-Pollensaison hat mit dem Frühling begonnen. Betroffene leiden an juckenden Augen, Niesanfällen und Husten. Eine Expertin gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema.

Heuschnupfen hat im Frühjahr Hochsaison
Jetzt im Frühling hat der Pollenflug und damit auch der Heuschnupfen Hochsaison. Viele Betroffene haben dann Beschwerden wie tränende und juckende Augen, Niesreiz und eine verstopfte oder fließende Nase. Wie die Nachrichtenagentur „spot on news“ berichtet, leiden laut Diplom-Oecotrophologin Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Deutschland rund 16 Prozent der Bevölkerung – also etwa 13 Millionen Menschen – an einer Pollen-Allergie, Tendenz steigend. Die Expertin beantwortet in einem Interview mit der Agentur die wichtigsten Fragen zu Diagnose, Symptomen und Therapie.

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Pollen lösen allergische Reaktionen aus
Zunächst erklärte Frau Lämmel, welche Pollen eigentlich Heuschnupfen auslösen: „Die meisten Pollen-Allergien werden hauptsächlich durch Frühblüher wie Hasel, Erle oder Birke und Gräser wie Roggen und Beifuß ausgelöst“, sagte die Expertin. Doch mittlerweile kommt auch das eingeschleppte beifußblättrige Traubenkraut als möglicher Auslöser von Allergien in Frage. Wenn Pollen von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern die Schleimhäute von Betroffenen berühren, werden allergische Reaktionen ausgelöst. Dazu zählen beispielsweise tränende und juckende Augen, Niesreiz, eine fließende oder verstopfte Nase, Atemnot bis hin zum Asthma bronchiale. Außerdem kann die Haut reagieren und Kopfschmerzen sowie Schlafstörungen können auftreten. Je stärker die Pollenkonzentration im Umfeld der Allergiker, desto stärker sind die Beschwerden. Laut Lämmel spielen auch der Gesundheitszustand sowie die seelische Verfassung des Patienten eine Rolle.

Diagnose durch Hauttests und Blutuntersuchung
Um herauszufinden, welche Pollen genau die allergischen Reaktionen hervorrufen, werden Hauttests durchgeführt, erklärte die Oecotrophologin. Dabei werden Pollenextrakte auf die Haut aufgebracht beziehungsweise unter die Haut gespritzt. Es gibt ergänzend auch eine Blutuntersuchung, bei der im sogenannten RAST-Test Antikörper gegen die jeweiligen Pollen nachgewiesen werden können. Zusätzlich kann ein sogenannter Provokationstest zur sicheren Diagnose dienen. Bei diesem werden die verdächtigen Pollen beispielsweise auf die Nasenschleimhaut aufgebracht werden, um die Symptome zu provozieren.

Lange verschwundene Beschwerden können im Alter wieder auftreten
Eine Allergie kann man auch noch im fortgeschrittenen Lebensalter entwickeln. Zudem ist es möglich, dass Allergiebeschwerden, die lange verschwunden waren, im Alter wieder verstärkt auftreten. Wie die Expertin meinte, träumen Forscher davon, endlich das „Wie“, „Wann“ und „Warum“ bei der Entschlüsselung von Allergien umfassend aufzuklären. Wenn die Zusammenhänge der Allergieentwicklung geklärt wären, könnten möglicherweise Vorsorgemaßnahmen entwickelt werden, damit Allergien gar nicht erst entstehen.

Warum es immer mehr allergische Erkrankungen gibt
Laut Lämmel gibt es zahlreiche Erklärungsmodelle zum Anstieg allergischer Erkrankungen. Allerdings könne die Zunahme sicherlich nicht ein Punkt allein die Zunahme erklären. Es kommen vielmehr verschiedene Aspekte zusammen. Die Expertin erläuterte, dass die natürliche Immunität im Säuglingsalter immer häufiger abnimmt. Doch auch Erwachsene erkranken immer öfter neu an Allergien. Äußere Einflüsse, zum Beispiel Umweltfaktoren können dafür mitverantwortlich sein. Aber auch ein westlicher Lebensstil  spielt eine Rolle bei der Entstehung von Allergien und anderen Krankheiten, wie ein internationales Forscherteam erst kürzlich berichtete. Zudem nimmt auch die Allergen-Belastung zu und die Allergene – in dem Fall die Pollen – werden aggressiver.

Durch Hyposensibilisierung Beschwerden reduzieren
Lämmel zufolge ist die Hyposensibilisierung die einzige ursächliche Therapie. Dabei wird dem Betroffenen das entsprechende Allergen zugeführt, um einen Gewöhnungseffekt und somit eine Beschwerdeabnahme oder sogar -freiheit zu erreichen. Nicht nur die Symptome sollen gelindert werden, sondern auch das Risiko für die Entwicklung eines Asthma bronchiale und die Entstehung von Neusensibilisierungen soll gesenkt werden. Da diese Behandlungsmethode aber auch Nebenwirkungen verursachen kann, setzen manche Allergiker lieber auf Naturheilverfahren wie die Eigenbluttherapie, Akupunktur, Bachblütentherapie oder Homöopathie. Zudem stehen verschiedene Hausmittel bei Heuschnupfen zur Verfügung, die die Beschwerden lindern können.

Symptome möglichst gering halten
Um die Symptome möglichst gering zu halten, sollten laut Lämmel Pollenflugvorhersagen beachtet, aber auch kritisch hinterfragt werden. Weil es keine flächendeckenden Vorhersagen gibt, hat der DAAB das Projekt „Pollentrend“ gestartet. Wie die Expertin erklärte, können so allergische Beschwerden auf wichtige Pflanzenpollen bundesweit gemeldet werden, das bietet eine zusätzliche Orientierungshilfe. Sie rät zudem dazu, dass man seine Haare vor dem Zubettgehen waschen sollte, Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und während des Pollenflugs nicht draußen trocknen sollte. Darüber hinaus können an den Fenstern Pollenschutzgitter angebracht werden und eine regelmäßige Nasendusche kann helfen, die Pollen aus der Nase zu spülen. (ad)

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Bild: M. Großmann / pixelio.de