Heuschnupfen: Bei Pollenallergie erst zum Arzt – dann hinters Steuer

Alfred Domke
Bei Heuschnupfen nicht gleich ans Steuer: Allergiker sollten sich vom Arzt beraten lassen
Autofahrer, die an Heuschnupfen leiden, sollten sich laut Experten von einem Facharzt beraten lassen, bevor sie sich ans Steuer setzen. Denn die Auswirkungen der Allergie können beim Fahren gefährlich werden.

Heuschnupfen kann bei der Fahrt gefährlich werden
Wenn Pollen in der Luft unterwegs sind, kann es bei Allergikern schnell zu typischen Heuschnupfen-Beschwerden wie triefende Nase, juckende Augen, Atemnot und Husten kommen. Für Autofahrer kann dies gefährlich werden. So zeigte eine Studie, dass die Beschwerden, die durch die Allergie verursacht werden, das Fahrvermögen so sehr beeinträchtigen können, wie 0,5 Promille Alkohol im Blut. Betroffene sollten sich daher vom Arzt beraten lassen, bevor sie sich ans Steuer setzen.

Menschen mit Heuschnupfen sollten sich laut Experten von einem Facharzt beraten lassen, bevor sie sich ans Steuer setzen. Denn durch den Pollenflug drohen akute Hustenanfälle und tränende Augen. (Bild: zstock/fotolia.com)

Betroffene sollten sich vom Facharzt beraten lassen
Prof. Thomas Fuchs, Vizepräsident des Ärzteverbands der Allergologen, rät Allergikern in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa, sich von einem Facharzt beraten zu lassen, bevor sie sich hinters Steuer setzen.

Denn durch den Pollenflug mit Hasel und Birke drohen akute Hustenanfälle und tränende Augen im Auto. „Wer sich dann selbst mit Antihistaminika aus der Apotheke versorgt, könnte zudem am Steuer einschlafen.“

Laut dem Mediziner haben die frei verkäuflichen Medikamente häufig Müdigkeit als Nebenwirkung.

Allergie langfristig behandeln
Fuchs zufolge können Allergologen Mittel verschreiben, die normalerweise nicht müde machen. Es sei ohnehin in vielen Fällen zu empfehlen, die Allergie langfristig zu behandeln, beispielsweise durch eine spezifische Immuntherapie, früher Desensibilisierung genannt.

Dabei wird dem Betroffenen das Allergen in regelmäßigen Abständen gespritzt, bis der Körper nicht mehr darauf reagiert. „Hält der Patient die Therapie durch, geht es ihm meist nach rund drei Jahren besser“, so Fuchs.

Bis es soweit ist, sollten sich Autofahrer vor Pollen schützen. Am besten werden nur PKW mit Klimaanlage genutzt und der Pollenfilter regelmäßig ausgetauscht.

Der Allergologe wies darauf hin, dass es nichts bringe, eine Brille am Steuer zu tragen: „Es sei denn, man setzt sich eine Taucherbrille auf – und das halte ich für wenig praktikabel.“

Tipps für Autofahrer
Andere Fachleute empfehlen zudem, währen der Fahrt die Jacke auszuziehen und im Kofferraum zu verstauen, damit die daran hängenden Pollen nicht im Innenraum des Fahrzeugs landen.

Des Weiteren sollten Fenster und Schiebedach geschlossen bleiben und die Lüftung auf Umluftbetrieb geschaltet werden.

Das Auto sollte möglichst nicht unter Bäumen geparkt werden. Helfen kann auch das regelmäßige Aussaugen des Fahrzeug-Innenraums, inklusive der Polster, Amaturenbrett und Ablagen.

Manchmal steckt gar keine Allergie hinter den Symptomen
Laut Fuchs lohnt sich ein Besuch beim Facharzt für Allergologie auch deshalb, weil gar nicht unbedingt eine Allergie hinter den Symptomen stecken muss.

„Manche Menschen reagieren zum Beispiel mit juckenden oder geröteten auf die Ausdünstungen in einem Neuwagen“, erklärte der Mediziner.

Und die Ursache für juckende Augen kann unter anderem auch eine Infektion sein. (ad)