Heuschnupfen: Nasenspülungen statt Nasenspray

Fabian Peters

Nasenspülungen mit Salzwasserlösungen bei Heuschnupfen

19.03.2012

Heuschnupfen-Patienten sollten lieber auf Nasenspülungen mit Salzwasser als auf die handelsüblichen Nasensprays zurückgreifen, so eine aktuelle Mitteilung der Verbraucher Initiative in Berlin. Zwar liegen bisher keine wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit von Nasenduschen bei Heuschnupfen vor, doch auch andere Experten wie beispielsweise der Allergologe von der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Ulm, Professor Jörg Lindemann, sind bereits seit langem von den positiven Effekten der Nasenspülungen überzeugt.

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Die Beschwerden der Heuschnupfen-Patienten lassen sich spürbar verbessern, wenn ihre Nase regelmäßig mit einer Salzwasserlösung gespült wird, so die Aussage der Experten. „Statt Nasentropfen mit abschwellender Wirkung zu verwenden ist es (daher) sinnvoller, die Nase mit Salzwasser zu spülen“, erklärte die Verbraucher Initiative in Berlin. Zumal dem langfristigen Einsatz von Nasensprays eine schädliche Wirkung auf die Schleimhäute nachgesagt wird, erklärte Saphir Robert von der Verbraucher Initiative gegenüber der Nachrichtenagentur „APA“.

Nasenspülungen die bessere Alternative
Rund 16 Prozent der Bevölkerung in Deutschland „leiden am sogenannten Heuschnupfen, einer Allergie gegen Pollen beziehungsweise Blütenstaub“, so die aktuelle Mitteilung der Verbraucher Initiative. Niesattacken, Husten, Schnupfen und Atemprobleme bis hin zu Asthma sind dabei die typischen Beschwerden der Betroffenen. Um die verstopfte Nase zu beheben, setzten viele Pollenallergiker auf handelsübliche Nasensprays, die ein Abschwellen der Schleimhäute bewirken sollen. Doch die Nasensprays können langfristig eine negative Wirkung entfalten. Denn „je häufiger Betroffene das Spray benutzen, desto stärker gewöhnt sich der Körper daran und schafft es nicht mehr“, selbst gegen die Schleimhautschwellungen anzukämpfen, erklärte Saphir Robert. Um die Nase zu befreien, seien Nasenspülungen mit Salzwasser die bessere Alternative. Professor Harald Morr von der Deutschen Lungenstiftung hatte bereits im vergangenen Jahr die Verwendung von Nasenspülungen empfohlen, um die Symptome der allergischen Rhinitis zu lindern, wobei die Nase einmal täglich mit einer physiologischen Kochsalzlösung (0,9 Gramm Natriumchlorid je 100 Gramm Wasser) gereinigt werden sollte. Von einer häufigeren Verwendung sei jedoch abzusehen, da auch die Nasenduschen negative Folgen für die Nasenschleimhäute haben können.

Allergiker sollten den Kontakt mit dem Blütenstaub minimieren
Neben den Nasenspülungen empfehlen die Experten den Allergikern weitere Maßnahmen zur Minimierung des Kontakts mit den Pollen. So rät die Verbraucher Initiative den Betroffenen zum Beispiel, während der Pollenflug-Saison „nur sparsam oder nach einem Regenguss zu lüften.“ Wobei zu berücksichtigen sei, dass in ländlichen Regionen die Pollenkonzentration in der Luft morgens am höchsten liegt, während sie in den Innenstädten erst im Tagesverlauf steigt und zwischen 18 und 24 Uhr ihren Höchstwert erreicht. Die Verbraucher Initiative empfiehlt den Pollenallergiker außerdem ihre Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer abzulegen (wegen der anhaftenden Pollen), sich abends vorm Schlafengehen die Haare zu waschen und die Wohnung häufiger feucht zu wischen. Heuschnupfen-Patienten sollten außerdem auf das Rauchen dringend verzichten, da der Tabakkonsum das „Immunsystem noch mehr schwächt, als es die Allergie ohnehin schon tut“, betonte Saphir Robert.

Behandlung beschränkt sich meist auf Heuschnupfen-Symptome
Während zur Linderung der Heuschnupfen-Symptome zahlreiche Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen, bieten nur die wenigsten Therapien eine Möglichkeit zur Heilung des Heuschnupfens. Eine Verfahren, das hier ansetzt, ist die sogenannte Hyposensibilisierung, bei der die Patienten über Jahre durch den Kontakt mit geringen Dosen der allergieauslösenden Substanzen an diese gewöhnt werden, bis keine allergische Reaktion mehr auftritt. Auch die naturheilkundliche Behandlung des Heuschnupfens setzt bei den Ursachen der Beschwerden an und versucht diese zu beheben. Hier wurden zum Beispiel mit Entspannungsverfahren, Magnetfeld- und Bioresonanztherapie,der Eigenbluttherapie, pflanzlichen Therapien, Akupunktur und Homöopathie bereits weitreichende Behandlungserfolge erreicht. Zeigen die naturheilkundlichen Behandlungsansätze jedoch keinen Erfolg, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden, da ein unbehandelter Heuschnupfen zu Asthma und anderen Bronchialerkrankungen führen kann.

Schadstoffe begünstigen Allergien
Zwar ist bis heute weitgehend unklar, wieso einige Menschen besonders heftig unter Allergien leiden, während andere keine vergleichbare Symptome zeigen, doch lassen sich in Bezug auf die möglichen Risikofaktoren einige Aussagen treffen. So gelten Schadstoffe wie Tabakrauch, Formaldehyd-Ausdünstungen aus Holzspanplatten oder Faserplatten und erhöhte Feinstaubwerte als mögliche Faktoren, die den den Ausbruch von Allergien beschleunigen können, berichtet die Verbraucher Initiative. Aus diesem Grund seien Verbraucher gut beraten, beim Kauf von Möbeln, Farben, Bodenbelägen und Tapeten unbedingt auf Umweltsiegel wie beispielsweise den Blauen Engel zu achten, so das Fazit der Verbraucherschützer. (fp)