Heute ist Weltlachtag 2012: Lachyoga ohne Arzt

Sebastian

Lachen stärkt die Gesundheit und das Immunsystem

07.05.2012

Heute ist der Weltlachtag! Haben Sie schon gelacht? Lachen ist gesund und hebt die Stimmungslage. In Deutschland existieren rund 150 Lachklubs. Regelmäßig treffen sich die Mitglieder der Yoga-Lachvereine, um organisiert gemeinsam zu lachen. Denn regelmäßiges Lachen macht nicht nur Spaß, sondern senkt nachweislich auch das Risiko von Erkrankungen.

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Besonders humoristisch ist das Niveau beim Lachyoga nicht. Für Außenstehende mag der Anblick der Lach-Stunde sogar etwas merkwürdig erscheinen. Die Teilnehmer des Frankfurter Lachclubs „Glück ist jetzt“ kichern, plustern oder lachen lauthals los. Ein Witz oder eine humoristische Geschichte ist allerdings nicht der Auslöser für das schallende Gelächter. „Simuliere solange, bis es klappt“, heißt die Devise von Yogalehrer Laurenz Menzinger.

Nach der Arbeit zum Lachverein
Im richtigen Leben ist Menziger Personalberater. Einmal in der Woche nach getaner Arbeit leitet er die Yoga-Lachstunde in einem kleinen Ladenlokal in Frankfurt. Vor gut einem Jahr hat Menziner erfolgreich das Prädikat „Zertifizierter Lachyoga-Lehrer“ erhalten. Dabei lernte er die Methode eines indischen Arztes in einem Schweizer Ausbildungszentrum. Inhalt der Seminare war das Vermitteln von Atemtechniken, Stretching und Lachübungen. Spezielle Übungen sind zum Beispiel die "Lachdusche" oder das "Sorry-tut-mir-leid-Lachen". Körper und Geist werden durch das Lachen belebt. „Wenn man wirklich lacht, vergisst man die Alltagssorgen.“ Zudem sei Lachyoga ein Workout, um das Herz zu stärken.

Lachen fördert die Gesundheit
„Herzhaftes Lachen fördert die Gesundheit“, berichten nicht nur die Lachclubs. So haben beispielsweise Forscher der Universität Oxford bei einer Studie herausgefunden, dass Lachen wesentlich zur Reduzierung von Schmerzen beiträgt. Demnach hebt Lachen die Reizschwelle gegenüber physischen Schmerzen deutlich und wer aktiv lacht, kann Schmerzen nicht nur vorbeugen, sondern diese auch lindern. Eine weitere Studie wies daraufhin, dass Lachen bei Appetitilosigkeit hilft.

Lachen stärkt das Herz und aktiviert das Immunsystem
Auch Ärzte bestätigen die positiven Eigenschaften des Lachens. „Lachen aktiviert das ganze Herz-Kreislauf-System“, berichtet der Neurologe Prof. Dr. Jürg Kesselring vom Klinikum Valens, Schweiz. „Über die schnellere Atmung wird der Blutfluss verbessert, und das macht das Lachen gesund“, so die Aussage des Experten. Laut Prof. Dr. Jürg Kesselring kann Lachen auch die körpereigenen Abwehrkräfte stärken. Wer herzhaft lacht und echt lacht, aktiviere mehr T-Zellen als sonst. „Und das stärkt die Abwehrkräfte“, so Kesselring. Allerdings bezweifelt der Neurologe, ob Lachen tatsächlich Krankheiten heilen kann. Der therapeutische Nutzen des Lachens sollte demnach nicht überschätzt werden. Aber auch Kesselring betonte: „Lachen kann sicherlich Selbstheilungsprozesse im Körper begünstigen.“

Lachen steckt an
In den Peiner und Frankfurter Lachclubs sind solche Einschätzungen eher zweitrangig. Am heutigen Weltlachtag wollen die Mitglieder Spaziergänger und Passanten an zentralen Plätzen zum Mitlachen animieren. Viele reagieren mit „Kopfschütteln und Unverständnis" sagt Menzinger, denn nicht jeder könne sich auf „das kindliche Spiel mit dem Lachen einlassen." Aber die Lachgemeinde werde immer größer. Tausende Lachclubs weltweit zeugen davon, dass vielen Menschen Lachen einfach Spaß macht, betonte der Lachyoga-Lehrer. Auch die Mitglieder anderer Lachclubs wollen heute mit Flyern auf den Weltlachtag und ihr eigenes Angebot aufmerksam machen. Dabei seien alle Mitmenschen zum Lachen aufgefordert, frei nach dem Motto: „Lachen steckt an, auch jene, die eigentlich Vorbehalte haben“.

Der Kulturwissenschaftler und Lachorscher Prof. Rainer Stollmann von der Universität Bremen hält vom gemeinschaftlich organisiertem Lachen nicht besonders viel. Früher gab es die sogenannte Urschrei-Behandlung, dann das gemeinschaftliche Kuscheln „Und jetzt gibt es eben Lachyoga-Vereine“, betonte der Lachforscher. Aber das Moment, „das ich beim Lachen am wichtigsten finde, nämlich Humor, also das Kitzeln unserer eigenen Schwachstellen, das fehlt beim Lachyoga", so Stollmann weiter. Den Teilnehmern der Lachyoga-Kurse ist derartige Kritik jedoch egal, sie freuen sich auf die gemeinsamen Lachstunden und sind von der positiven gesundheitlichen Wirkung überzeugt. (sb)

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Bild: Rolf van Melis / pixelio.de