Heute schon sterben fast doppelt so viele Menschen an Alzheimer wie vor 15 Jahren

Alexander Stindt
Todesfälle aufgrund von Alzheimer nehmen stark zu
Immer mehr ältere Menschen erkranken an Alzheimer. Dies führt auch zu mehr Todesfällen als Folge der Krankheit. In der heutigen Zeit kostet die Alzheimer-Erkrankung fast doppelt so viele Leben jährlich wie noch vor 15 Jahren. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Forscher bei einer Untersuchung der Todesfälle durch Alzheimer in der amerikanischen Bevölkerung.

Die Wissenschaftler der Alzheimer’s Association stellten bei einer Untersuchung fest, dass mittlerweile beinahe doppelt so viele Menschen an den Folgen von Alzheimer sterben, verglichen mit den Raten von vor 15 Jahren. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem sogenannten Alzheimer’s Disease Facts and Figures report für das Jahr 2017.

Alzheimer ist eine Erkrankung, welche immer mehr ältere Menschen betrifft. Dies führt auch zu erhöhten Raten an Todesfällen als Folge der Krankheit. (Bild: aytuncoylum/fotolia.com)

Erhöhte Lebenserwartung ist nicht der Hauptgrund für Tode durch Alzheimer-Erkrankungen
Die sehr hohen festgestellten Raten an Todesopfern aufgrund von Alzheimer-Erkrankungen sind ehrlich gesagt beängstigend, erläutert der Autor Keith Fargo von der Alzheimer’s Association. Viele Menschen werden vermutlich denken, dass der Grund dafür unsere erhöhte Lebenserwartung ist. Dies entspricht nur zu einem gewissen Grad der Wahrheit.

Alzheimer ist nicht ein normaler Teil des gehobenen Alters
Die meisten Menschen erkranken nicht an Alzheimer, egal ob sie 80 oder 90 Jahre lang leben. Eine Erkrankung an Alzheimer ist nicht normal, wir sollten sie deswegen nicht als Teil der Alters akzeptieren. Es muss definitiv etwas gegen den Trend von steigenden Todesfällen durch die Krankheit getan werden, fügt der Experte hinzu.

Alzheimer-Erkrankungen werden weiter massiv ansteigen
Der aktuelle Bericht ergab auch, dass mehr als 5 Millionen amerikanische Senioren im Alter von über 64 Jahren an der Krankheit leiden. Diese Anzahl wird laut AUssage der Forscher voraussichtlich bis zum Jahr 2050 auf 14 Millionen ansteigen. Alleine im Jahr 2017 werden fast eine halbe Millionen Senioren diese Erkrankung entwickeln, sagen die Experten. Außerdem sind weitere 200.000 Amerikaner in einem Alter unter 65 Jahren an Alzheimer erkrankt.

Erkrankung führt zu massiven Kosten
All diese Erkrankungen führen zu großen Kosten für das Gesundheitssystem. Im Jahr kostet die Pflege von Alzheimer Patienten in Amerika etwa 259 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Dieser Betrag wird voraussichtlich bis zum Jahr 2050 auf 1,1 Billionen Dollar ansteigen, schrieben die Autoren.

Was bewirkt den Anstieg der Kosten?
Die steigenden Zahlen spiegeln wahrscheinlich eine Reihe von verschiedenen Faktoren wieder. Teilweise ist der Effekt auf die zunehmende Anzahl von älteren Personen zurückzuführen, erklären die Mediziner. Dies liegt einerseits an den Erfolgen bei der Behandlung von anderen führenden Todesursachen, andererseits an dem zunehmenden Bewusstsein dafür, dass Alzheimer eine tödliche Erkrankung ist.

Alzheimer ist die sechsthäufigste Todesursache in Amerika
Der Report zeigte auch, dass Alzheimer mittlerweile die fünfthäufigste Todesursache bei Senioren ist. Generell sei Alzheimer die sechsthäufigste Todesursache bei Amerikanern, sagen die Wissenschaftler. Es gibt für die Erkrankung keine Prävention, keine wirklichen Fortschritte bei der Behandlung und keine dauerhafte Heilung.

Auch die Gesundheit der Pfleger leidet unter Alzheimer
Alzheimer wirkt sich auch negativ auf die Gesundheit der Pfleger von Alzheimer- und Demenzpatienten aus. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Pflegekräfte berichtete darüber, dass ihre Gesundheit sich durch die Betreuung von Alzheimerpatienten verschlechtert hat. Eine Verschlechterung der eigenen Gesundheit sahen dagegen nur 19 Prozent der Pfleger von älteren Menschen ohne Demenz, sagen die Mediziner. Pflegepersonal von Demenzpatienten litt auch häufiger unter Depressionen und Ängsten.

Verräterische Anzeichen für Alzheimer müssen effektiver erkannt werden
Der Bericht zeigte aber auch die wachsenden Bemühungen, bei der Feststellung von verräterischen Zeichen für die Entwickelung der Krankheit. Das Ziel ist es, dass neurologische Zeichen besser erkannt werden, erklären die Autoren. Zu diesen gehören beispielsweise Veränderungen der Hirngröße, Verschiebungen des Spinalflüssigkeitsgehalts und des Wachstums von sogenannten Nervenplaques im menschlichen Gehirn. (as)