Hier kommt die Seele zur Ruhe: Wo sich der Mensch am besten erholen kann

Alfred Domke
Entspannung und Ruhe: Hier kann sich der Mensch am besten erholen
Zunehmender Arbeitsdruck und Stress machen viele Menschen regelrecht krank. Manchen fällt es dennoch gar nicht so leicht, auch mal loszulassen und sich zu entspannen. Stressgeplagten könnte es helfen, wenn sie für ihre Entspannung die richtige Umgebung wählen. Eine Expertin weiß, welcher Ort eine besonders erholsame Wirkung hat.

Jeder braucht Entspannung und Ruhe
Stress und Arbeitsdruck gefährden die Gesundheit. Entspannung und Ruhe sind wichtig für den Menschen. Jeder hat seine individuellen Lieblingsorte, an denen er sich gerne aufhält und an denen er abschalten kann. Forscher haben in wissenschaftlichen Studien allerdings festgestellt, dass es einen Ort gibt, der eine besonders erholsame Wirkung hat.

Wer entspannen und abschalten will, versucht dies oft an seinen Lieblingsorten. In Studien hat sich gezeigt, dass es einen Ort gibt, der eine besonders erholsame Wirkung hat. (Bild: f9photos/fotolia.com)

Einfluss der Natur auf den Menschen
Wo erholt sich der Geist am besten? Manche Menschen würden behaupten, dass dies ganz sicher am Meer der Fall ist, andere setzen eher auf die Berge. Und einige machen dafür am liebsten einen Städtetrip.

Die Umwelt-Gesundheitspsychologin Renate Cervinka erklärt in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa, was entscheidend für den Erholungswert einer Umgebung ist: der Anteil an Natur.

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Die Expertin forscht unter anderem an der Medizinischen Universität Wien seit Jahrzehnten über den Einfluss der Natur auf den Menschen.

Positive Auswirkungen auf die Psyche
Studien haben gezeigt, dass insbesondere Wasser – Meer, Flüsse, Bäche – und viel Grün wie etwa im Wald positiv auf die Psyche wirken.

„Im Wald spielt sicherlich eine Rolle, dass wir ganz in die natürliche Umgebung eingebettet sind“, so Cervinka laut dpa.

Der Expertin zufolge kommt der Geist in der Natur erstaunlich schnell zur Ruhe. Es lasse sich inzwischen gut belegen, dass bereits ein paar Minuten in der Natur die eigene Befindlichkeit und das Selbstwertgefühl positiv beeinflussen.

„Körperliche Reaktionen kommen etwas später“, erklärt die Gesundheitspsychologin. Nach einer Weile gehen aber auch der Puls und Blutdruck spürbar nach unten.

Den heimischen Garten begrünen
Nicht nur in der Natur, auch im Garten sollte es schön grün sein.

So stellte eine Forschungsgruppe um Renate Cervinka in einer Studie fest, dass die Erholungswirkung im heimischen Garten davon abhängt, wie viele Pflanzen es im Verhältnis zu anderen Elementen wie Terrassen oder Möbeln gibt.

Die Expertin sagte dazu in einer Mitteilung: „Unsere Befragung hat ergeben, dass der Erholungsfaktor umso höher ist, je mehr natürliche Elemente im Garten vorhanden sind“.

Der bedeutendste Faktor der Erholung sei aber die persönliche Beziehung zum Garten. Wer hier Freude erlebt und mit seinem Garten zufrieden ist und ihn schätzt, erlebe Resonanz und könne sich gut entspannen und erholen.

„Die Botschaft ist, dass man seinen Garten naturnah gestalten soll und vor allem aber, dass man Freude daran haben soll“.

Erholung in den Alltag integrieren
Erholung sollte allgemein ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens sein – auch bei der Arbeit.

Für die Balance von Job und Freizeit ist es laut Experten unter anderem wichtig, Zeiten der Muße gezielt einzuplanen.

Möglichkeiten zum Stressabbau sind auch Entspannungstechniken wie Yoga oder progressive Muskelentspannung. Diese können oft auch in den Arbeitsalltag integriert werden – beispielsweise in den Pausen.

Auch mit einem einfachen Achtsamkeitstraining im Alltag kann man sich erholen. (ad)