Hilfe bei Arthrose durch Biochemie

Sebastian

Hilfe bei Arthrose: Wissenschaftler haben eine Behandlungsmethode erfunden. Neue Knorpel Substanz kann im Körper des Patienten hergestellt werden.

(07.09.2010) Wissenschaftler der Universität Freiburg am Breisgau und dem niederländischen Maastricht haben eine Methode entwickelt, die zukünftig Patienten mit einer Arthrose und Verschleiß von Gelenkknorpeln helfen könnte. Dabei kann sehr einfach und kostengünstig Knorpelmasse im Körper des Patienten hergestellt werden.

Neue Hoffnung für geplagte Arthrose Patienten. Denn eine Arthrose verursacht bei Patienten ständige Schmerzen in Bewegungsabläufen. Eine Behandlungsmethode war das Züchten von Knorpel-Substanz im Labor. Doch diese Variante ist aufwendig, Kostenintensiv und nicht immer für alle Patienten geeignet. Doch Wissenschaftler um den Freiburger Forscher Prasad Shastri haben eine neue Methode entwickelt, bei der schnell und kostengünstig Knorpel Substanz aus Körper eigenen Zellen hergestellt werden können. So sagte Shastri: "Das funktioniert besser und mit zehn bis zwölf Tagen in einem viel kürzeren Zeitraum als alle Methoden, die wir bisher kennen". Für die Behandlung setzen die Mediziner ein sog. "Agarose-Gel" ein, dass aus der Biochemie entstammt. Das Gel wird in die Membran gespritzt, die die Knochenoberfläche umgibt. Hierdurch entstehen neue Knorpel-Zellen, die ersatzweise für bereits geschädigte Knorpel eingesetzt werden.

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Die neue Behandlungsmöglichkeit bei Arthrose heißt "In vivo bioreactor" und weist derzeit über keine Nachteile oder Nebenwirkungen auf. Die auf die neue Art und Weise gezüchtete Knorpel Masse wird derzeit hauptsächlich für das Schienbein gezüchtet. Die dort entstandene Knorpel Substanz wird anschließend ins Knie des Arthrose Patienten transplantiert. "Wir sind mit den ersten Ergebnissen sehr zufrieden, die Methode wirkt schnell und befreit die Patienten von Schmerz und Entzündungen. Und selbst neun Monate nach der Behandlung konnten wir noch keine Verkalkung feststellen", erläutert Shastri. Bis die neue Behandlungsform in Kliniken angeboten werden kann, werden noch rund zwei Jahre vergehen. Zuvor müssen noch alle Studien abgeschlossen sein. (sb)