Hilfe zum Abnehmen: Stoffwechsel-Anregung zur verbesserten Nahrungsverwertung

Alfred Domke
Stoffwechsel fördern und erfolgreich abnehmen
Wenn man abnehmen will, ist es manchmal wie verhext: Trotz gesunder Ernährung und regelmäßigem Training wollen die Pfunde einfach nicht verschwinden. Die Ursache dafür könnte ein „schlechter“ Stoffwechsel sein. Ein gut funktionierender Stoffwechsel hingegen sorgt laut Experten für Abnehmerfolge.

Hilfe beim Abnehmen
Klar: Wer sein Gewicht reduzieren will, muss sich regelmäßig bewegen. Allerdings hilft Sport allein nicht gegen Übergewicht. Er verbrennt zwar Kalorien und vertreibt den ständigen Hunger, doch entscheidender ist die Ernährung. Manche Menschen versuchen mit Hilfe von verschiedenen Diät-Programmen, überflüssige Pfunde loszuwerden. Bedingt können auch Tricks, wie kleine Teller beim Abnehmen helfen. Doch oft will und will das Bauchfett einfach nicht verschwinden. Die Ursache dafür könnte ein „schlechter“ Stoffwechsel sein.

Abnehmen ohne JoJo-Effekt ist keine Wissenschaft. Bild: Tijana – fotolia

Gut funktionierender Stoffwechsel
Ein gut funktionierender Stoffwechsel hingegen sorgt laut Experten für Abnehmerfolge. Der Stoffwechsel – auch Metabolismus genannt – bestimmt, wie die Stoffe aus der Nahrung im Körper umgesetzt und verarbeitet werden.

Wie gut er funktioniert ist zwar unter anderem genetisch bedingt, wird allerdings auch durch die eigene Lebensweise beeinflusst.

Jede Zelle hat ihren eigenen Stoffwechsel
Wie Prof. Matthias Weber, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) erklärt, hat jede Zelle im Körper ihren eigenen Stoffwechsel.

Während Stoffe zu Zellen im Körper transportiert, verwertet und wieder abtransportiert werden, spielen sich etliche biochemische Prozesse im Körper ab.

Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln ergänzt: „All die einzelnen Prozesse müssen zusammen funktionieren.“

Energiestoffwechsel durch Bewegung ankurbeln
Experten zufolge lässt sich der Energiestoffwechsel ankurbeln. Je weniger der Stoffwechsel gefordert wird, desto weniger arbeitet er auch.

„Das ist ein bisschen wie bei einem Auto – steht es immer nur in der Garage und wird nicht gefahren, dann verrostet es irgendwann“, erklärt Froböse. Das Wichtigste dabei ist Bewegung, denn die Muskulatur ist das größte Stoffwechselorgan.

Laut Fachleuten bieten sich hier unter anderem Nordic Walking oder Schwimmen an. Auch Aqua-Fitness ist hervorragend geeignet, da der Körper im Wasser seinen Stoffwechsel erhöht, um nicht auszukühlen.

Gute Futterverwerter haben einen guten Grundumsatz
Es gibt aber auch Einiges, das dem Stoffwechsel nicht gut tut. Neben fehlender Bewegung sind hier radikale Diäten zu nennen. Denn diese bringen den Stoffwechsel auf Dauer zum Erliegen, da sie den Körper in eine Art Notzustand versetzen, bei dem der Stoffwechsel herunterfährt.

Nach Angaben von Froböse sollte der Grundumsatz normalerweise bei etwa 1.600 bis 2.500 Kilokalorien liegen. Menschen, die stets gut essen und dennoch schlank und fit bleiben, haben wahrscheinlich einfach einen guten Grundumsatz.

Die guten Futterverwerter ernähren sich ausgewogen, lassen den Körper nicht stark hungern und geben ihrem Stoffwechsel Arbeit – beispielsweise durch Treppenlaufen im Alltag oder regelmäßiges Training.

Wie in der dpa-Meldung erklärt wird, kann man den eigenen Grundumsatz mit einer Atemgasanalyse bei manchen Fitness-Instituten oder Sportärzten messen lassen.

Morgens Fette und Kohlenhydrate und abends Eiweiß
Der Stoffwechsel lässt sich auch mit der Ernährung beeinflussen. Wichtig ist, dass regelmäßig gegessen wird – auch die Tageszeiten sind wichtig.

So kann man morgens durch Fette und Kohlenhydrate ordentlich Energie tanken, sich mittags vor allem Nährstoffe zuführen und abends Eiweiß. Energie brauche der Körper abends – kurz vor dem Schlaf – hingegen nicht mehr.

Froböse empfiehlt zudem, dem Stoffwechsel zwischen den Mahlzeiten Pausen zu gönnen. „Es ist wichtig, auch mal vier bis fünf Stunden nichts zu essen“, so der Sportwissenschaftler.

Laut Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sei es individuell unterschiedlich, wie der eigene Körper darauf reagiert. Die Energiebilanz sei entscheidend.

Viel Wasser trinken
Es wird zwar häufig dazu geraten, viel zu trinken, um den Stoffwechsel anzuregen, doch wissenschaftlich belegt ist ein stoffwechselanregender Effekt oder ein großer Einfluss auf das Körpergewicht dadurch nicht, heißt es in der dpa-Meldung.

Wie Silke Restemeyer in der Agenturmeldung erklärt, ist es dennoch ein altbekannter Trick von Abnehmwilligen, vor dem Essen oder auch zwischendurch Wasser zu trinken: „Denn die Flüssigkeit füllt den Magen, und das Sättigungsgefühl tritt eher ein.“

Und für die Gesundheit ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ohnehin von großer Wichtigkeit. Diese trägt dazu bei, den Körper zu entgiften und das Immunsystem zu stärken.

Wenn es darum geht, wie viel Wasser wir trinken sollen, wird meist empfohlen, täglich mindestens zwei Liter zu sich zu nehmen. An heißen Tagen deutlich mehr. Neben Wasser kann man auch auf ungesüßte Tees zurückgreifen. (ad)