Hinweis: Ist der grüne Strunk bei Tomaten wirklich krebsauslösend?

Der grüne Strunk sollte nach Möglichkeit immer entfernt werden. Bild: Grünen Tomatenstrunk besser entfernen. Bild: myFood - fotolia
Sebastian
Giftstoff Solanin: Strunk und grüne Stellen bei Tomaten wegschneiden
Tomaten gehören neben Gurken zu den am Häufigsten verwendeten Lebensmitteln in Deutschland. Aus der roten Frucht können leckere Suppen, Saucen oder Salate gezaubert werden. Doch schon unsere Oma lehrte uns, den Strunk immer zu entfernen. Dieser könne sogar Krebs auslösen, hieß es. Stimmt das wirklich? Fakt ist, dass der Strunk den Giftstoff Solanin enthält, der in größeren Mengen der Gesundheit schaden kann.
Nicht alle Teile der Tomate sind genießbar
Tomaten sind bei Deutschen äußerst beliebt. Profis und Hobbyköche greifen auf sie zurück, um leckere Gerichte wie Saucen, Suppen oder Salate zuzubereiten. Da Tomaten zu rund 90 Prozent aus Wasser bestehen, sind sie besonders kalorienarm und deswegen gut für die leichte Küche geeignet. Zudem enthalten sie viel Vitamin C, Kalium und Ballaststoffe sowie verschiedene andere gesunde sekundäre Pflanzenstoffe. Doch nicht alle Teile der leckeren Frucht sind wirklich genießbar. Der Strunk der Tomate enthält den giftigen Stoff Solanin, der zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Der grüne Strunk sollte nach Möglichkeit immer entfernt werden. Bild: Grünen Tomatenstrunk besser entfernen. Bild: myFood - fotolia
Der grüne Strunk sollte nach Möglichkeit immer entfernt werden. Bild: Grünen Tomatenstrunk besser entfernen. Bild: myFood – fotolia

Je nach aufgenommener Menge kann Solanin zu Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Kratzen und Brennen im Hals führen. In einer hohen Dosis von drei bis sechs Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht kann er sogar tödlich sein. Auch wenn eigentlich rotfleischige Tomaten noch grün sind, enthalten sie Solanin. Vor allem Kinder sollten daher keine unreifen Tomaten essen. Nach dem Tod eines 79-jährigen Mannes aus Baden-Württemberg, der im vergangenen Jahr nach dem Verzehr eines Gerichts mit Zucchini aus seinem Garten verstarb, hatten Gesundheitsexperten die Öffentlichkeit gewarnt und darüber informiert, wie man Solanin oder andere potentiell tödliche Bitterstoffe identifizieren kann.

Strunk und grüne Stellen wegschneiden
Sven-David Müller, staatlich anerkannter Diätassistent und Diabetesberater der Deutschen Diabetes Gesellschaft und Vorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrums für Gesundheitsförderung und Diätetik in Köln warnte schon vor Jahren: „Den Strunk und andere grüne Stellen sollte man wegschneiden, denn sie enthalten giftiges Solanin.“ Allerdings sei die verbreitete Annahme, der Verzehr des Tomatenstrunks könne Krebs verursachen, ein „Ernährungsmärchen“. Hierfür gibt es keinerlei wissenschaftlichen Beleg. Um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen müssten laut dem Fachmann aber große Mengen grüner Tomaten verzehrt werden. Und auch wenn nicht alle Stellen akkurat entfernt wurden, muss man sich beim Zubereiten einer Tomatensauce keine großen Sorgen machen: Solanin ist hitzeinstabil. „Beim Kochen geht etwa ein Drittel, beim Braten die Hälfte verloren“, erläuterte der Ernährungsexperte. (ad)

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