Hirntumor häufigste Todesursache bei Tumorerkrankungen von Kindern

Fabian Peters

Experten informieren über Hirntumore bei Kindern und Jugendlichen

„Etwa 400 Kinder und Jugendliche erkranken pro Jahr in Deutschland an einem Hirntumor“ und „noch immer sind Hirntumoren die häufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen bei Kindern“, so die gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Kinderkrebsstiftung (DKS) mit dem Klinikum Augsburg und der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg.


Auf der Patiententagung des bundesweiten Behandlungsnetzwerks HIT für Kinder und Jugendliche mit Hirntumoren informieren die Experten in Augsburg unter anderem über neuste Ansätze der Diagnostik, individualisierte Therapien und die Nachsorge. Die Förderung von Studien im Behandlungsnetzwerk HIT bildet einen Förderungsschwerpunkt der Deutschen Kinderkrebsstiftung, mit der Hoffnung die Möglichkeiten für die Betroffene weiter zu verbessern. Ins Leben gerufen wurde das Behandlungsnetzwerk von der DKS gemeinsam mit der Fachgesellschaft für Kinderkrebsheilkunde (GPOH) und jährlich berichten die Experten auf einem Kongress von den neusten Erkenntnissen.

Hirntumore sind eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. (Bild: sudok1/fotolia.com)

Jede fünfte Krebserkrankungen bei Kindern ist ein Hirntumor

In Deutschland bilden Hirntumore mit circa 400 Neuerkrankungen pro Jahr rund 20 Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen bei Kindern. Die Behandlungsoptionen sind dabei oftmals sehr beschränkt, nicht zuletzt, weil die Erkrankungen erst in einem verspäteten Stadium entdeckt werden. Auf der Tagung des HIT-Netzwerks ist neben der individualisierten Therapie und der Kinderneurochirurgie, daher die präzise Diagnostik ein besonderer Themenschwerpunkt. Auch die Nachsorge und der (Wieder)-Einstieg in Schule und Beruf werden auf der Tagung thematisiert.

Fachtagung soll über Hirntumore bei Kindern informieren

Rund „450 Ärzte, Wissenschaftler, Dokumentare, Mitarbeiter der psychosozialen Dienste, Pflegepersonal sowie Patienten und betroffene Eltern aus ganz Deutschland“ werden zu der Tagung mit dem Thema „Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter“ erwartet. Ausgerichtet wird diese von der Deutschen Kinderkrebsstiftung in Kooperation mit dem Schwäbischen Kinderkrebszentrum am Klinikum Augsburg und der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg. Die wissenschaftliche Leitung haben Professor Dr. Dr. med. Michael C. Frühwald und Dr. med. Astrid K. Gnekow von der Klinik für Kinder und Jugendliche am Schwäbischen Kinderkrebszentrum Augsburg übernommen.

Offener Dialog mit den Experten

Ein zentrales Anliegen der Tagung ist es, auch auf die Ängste und Nöte der betroffenen Familien einzugehen. Die Tagung soll den Betroffenen und ihren Eltern einen offenen Dialog mit den Experten ermöglichen, so die Mitteilung der Deutschen Kinderkrebsstiftung. Das HIT-Netzwerk wird von der DKS jährlich durchschnittlich mit rund drei Millionen Euro gefördert und richtet „bundesweit acht Therapieoptimierungsstudien für die einzelnen Hirntumorarten mit studienübergreifenden Referenzeinrichtungen für Neuropathologie, Neuroradiologie, Liquordiagnostik und Strahlentherapie“ aus. Ziel ist es, deutliche Fortschritte bei der Diagnostik und Therapie zu erreichen. (fp)