Histaminintoleranz: Auch Rotwein bleibt für viele Menschen schlecht verträglich sein

Nicht jeder Mensch verträgt Rotwein. Bei manchen kommt es schon nach kleinen Mengen zu Hautrötungen und Atembeschwerden. Schuld daran kann das enthaltene Histamin sein. (Bild: suwanphoto/fotolia.com)
Alfred Domke
Großflächige Rötungen: Rotwein kann unverträglich sein
Eigentlich ist Rotwein doch gesund, aber nicht jeder Mensch verträgt ihn. Schon nach dem Konsum kleiner Mengen können sich ein juckender Hautausschlag, Atemnot und Kopfschmerzen einstellen. Die Ursache für die Beschwerden kann das im Wein enthaltene Histamin sein.

Nicht alle Menschen vertragen Rotwein
Experten zufolge kann Rotwein – in Maßen genossen – gesund sein. So wurden dem im Rotwein enthaltenen Resveratrol in Studien positive Effekte bei Krankheiten wie Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Alzheimer, Arthritis oder Herzkrankheiten bescheinigt. Andere enthaltene Stoffe können jedoch dafür sorgen, dass manche Menschen den leckeren Rebensaft nicht gut vertragen. Bei Betroffenen kann es schon nach dem Konsum kleiner Mengen Wein zu unangenehmen Reaktionen kommen. Schuld daran kann der Stoff Histamin sein.

Nicht jeder Mensch verträgt Rotwein. Bei manchen kommt es schon nach kleinen Mengen zu Hautrötungen und Atembeschwerden. Schuld daran kann das enthaltene Histamin sein. (Bild: suwanphoto/fotolia.com)
Nicht jeder Mensch verträgt Rotwein. Bei manchen kommt es schon nach kleinen Mengen zu Hautrötungen und Atembeschwerden. Schuld daran kann das enthaltene Histamin sein. (Bild: suwanphoto/fotolia.com)

Histamin kann nicht richtig abgebaut werden
„Großflächige Rötungen auf der Haut sind ein typisches Anzeichen.“, erklärte Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in einer Mitteilung der Nachrichtenagentur dpa. Weitere Symptome einer Histaminintoleranz (Histaminunverträglichkeit) können unter anderem Juckreiz, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Herzrasen, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden sein. „Histaminintoleranz ist keine Allergie, sondern eine Abbaustörung“, so Lämmel. „Sie wirkt aber häufig wie eine Allergie und wird zum Teil auch so behandelt.“ Betroffenen mangelt es an dem Enzym, das das Histamin im Körper abbaut. Experten zufolge ist die Diagnose beziehungsweise Abgrenzung von anderen Nahrungmittelallergien und -intoleranzen in der Praxis aber oftmals schwierig ist, da sich die Symptomatik oft kaum unterscheidet.

Es kann auf den Jahrgang ankommen
Allerdings enthält nicht jeder Rotwein gleich viel Histamin. Der Gehalt kann nicht nur von Sorte zu Sorte unterschiedlich sein. „Die Schwankungsbreite des Histamingehaltes in Nahrungsmitteln ist abhängig von Frische, Reife und Sorte des Nahrungsmittels“, schreibt der DAAB auf seiner Webseite. Und weiter: „Daher kann es sein, dass beispielsweise ein Wein vom gleichen Hang aus einem Jahr gut vertragen wird, während der nächste Jahrgang unverträglich ist.“ Zwar enthalten auch Lebensmittel wie Hartkäse oder geräucherter Fisch mitunter viel Histamin, doch bei Wein folgen die Reaktionen schneller. Das hat laut Lämmel damit zu tun, das Wein flüssig ist und Alkohol enthält: „Der Alkohol steigert die Durchblutung, der Stoff wird schneller aufgenommen.“

Bei jedem Menschen anders
Die Expertin betonte, dass es auf die Stoffe ankommt, die im Wein enthalten sind. Man könne nicht per se gegen Rotwein allergisch sein. So können Weine beispielsweise mit Hühnereiweiß oder Proteinen aus Fischblasen geklärt worden sein. „Auch deren Rückstände können Reaktionen auslösen“, erläuterte Lämmel. Wenn ein Wein Produkte aus Milch oder Ei enthält, muss dies auf dem Etikett kenntlich gemacht sein. Ab einer bestimmten Menge gilt das auch für Sulfite, die bei Allergikern Hustenanfälle und Atemnot auslösen können. Hat man nach dem Rotweingenuss einen Brummschädel, sind häufig Tannine dafür verantwortlich. „Manche Menschen bekommen davon dann Kopfschmerzen.“ Allerdings sei das laut Lämmel von Mensch zu Mensch verschieden.

Einen anderen Wein ausprobieren
Was aber hilft gegen die Beschwerden? Lämmel zufolge eigentlich nur eines: einfach einen anderen Wein ausprobieren, da es auf die Traube und den Prozess der Herstellung ankommt. Menschen, die empfindliche auf Histamin reagieren, können alternativ zu Weißwein greifen. Nach Angaben der Deutschen Weinakademie enthalten diese erheblich weniger Histamin als Rotweine. Bezüglich der Ernährung gilt laut DAAB: „Verlassen Sie sich dabei nicht auf strikte Ernährungsempfehlungen in der Laienpresse, sondern auf Ihr „Bauchgefühl“ und die Ernährungsempfehlungen, die gesichert sind.“ (ad)

Advertising