HIV: Anzahl der Neudiagnosen steigt am stärksten in Berlin

Sebastian
Zunahme der HIV-Neudiagnosen in Deutschland ist unter anderem auf verbesserte Datenqualität und steigende Flüchtlingszahlen zurückzuführen
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist in Deutschland gestiegen. Das teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Als Gründe nennen Experten eine verbesserte Datenqualität, verstärkte Recherchen bei den meldenden Ärzten sowie die steigenden Flüchtlingszahlen.

Steigende Flüchtlingszahlen sind eine der Ursachen für die Zunahme der HIV-Neudiagnosen
In Deutschland hat die Zahl der HIV-Neudiagnosen zugenommen. 2014 wurden dem RKI zufolge bundesweit 3.525 neue Fälle gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einer der Gründe ist die steigende Zahl der Flüchtlinge. „Ein großer Teil von ihnen stammt aus Ländern, in denen HIV besonders häufig ist“, erläutert die Deutsche Aids-Hilfe gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Die HIV-Übertragung sei in den meisten Fällen im Herkunftsland erfolgt. „Hier spiegeln sich steigende Flüchtlingszahlen in den HIV-Diagnosezahlen.“ Dadurch lasse sich auch der vergleichsweise starke Anstieg in der Gruppe der Heterosexuellen um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erklären, so die Organisation.

Mehr HIV-Infektionen in Berlin. Bild: angellodeco - fotolia
Mehr HIV-Infektionen in Berlin. Bild: angellodeco – fotolia

„Die Zahl der dem RKI gemeldeten HIV-Neudiagnosen ist zu unterscheiden von der Zahl der HIV-Neuinfektionen. Die HIV-Infektion, die oftmals unbemerkt erfolgt, und der Test, mit dem eine Infektion nachgewiesen wird, können zeitlich weit auseinander liegen“, teilt das RKI mit. Folglich lässt die Zahl der Neudiagnosen keine Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen in Deutschland zu. Die Zahl gibt lediglich Auskunft darüber, wie viele Menschen positiv auf HIV getestet wurden.

Die meisten HIV-Neudiagnosen wurden in Berlin gestellt
Dem RKI zufolge stieg der relative Anteil der HIV-Neudiagnosen bei Menschen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara von 10 auf 15 Prozent. Der relative Anteil bei Menschen deutscher Herkunft sank von 68 auf 64 Prozent. Ein Vergleich der Bundesländer zeigt, dass die meisten Neudiagnosen im vergangenen Jahr in Berlin gestellt wurden. Dort wurden 12,9 Fälle auf 100.000 Einwohner registriert. Am niedrigsten war der Wert mit 1,9 Fällen auf 100.000 Einwohner in Thüringen. Der bundesweite Schnitt lag bei 4,4.

Neben dem Anstieg der Flüchtlingszahlen sind unter anderem auch die verbesserte Datenqualität und verstärkte Recherchen bei den meldenden Ärzten für die Zunahme der HIV-Neudiagnosen verantwortlich, wie das RKI mitteilt. (ag)

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