HIV-Organe transplantiert: Geldstrafe für Kliniken

Fabian Peters

Geldbuße für Transplantation der Organe eines HIV-Infizierten

31.08.2011

Nachdem in zwei taiwanesischen Krankenhäusern die Organe eines HIV-Infizierten transplantiert wurden, müssen die Kliniken eine Geldstrafe von jeweils rund 3.600 Euro (149.200 Neue Taiwan Dollar) zahlen. Außerdem drohen den Krankenhäusern Strafanzeigen und weitere Schadenersatzansprüche, sollten sich die Empfänger der Organe ebenfalls mit HIV infiziert haben, so die Mitteilung der taiwanesischen Gesundheitsbehörde.

Mehr zum Thema:

Fünf Patienten wurden die Organe des HIV-Infizierten implantiert. Die Verwandten wussten nicht von der Erkrankung des 38-jährigen Verstorbenen und hatten daher die Organe zur Transplantation freigegeben. Zwar wiesen die anschließenden Blutuntersuchungen eindeutig auf die HIV-Infektion hin, doch durch eine Verkettung von Informationspannen bemerkten die Ärzte den Fehler nicht und die Spenderorgane wurden erfolgreich transplantiert. Erst im Anschluss an die Transplantation wurde die HIV-Infektion des Spenders bekannt. Für die Empfänger der fünf Organe zu spät.

Gesundheitsbehörde Taiwans verhängt Strafe gegen Kliniken
Die nationale Gesundheitsbehörde Taiwans hat daraufhin Strafanzeige gegen die beiden Kliniken wegen des „kriminellen Ärztefehlers“ gestellt. Nun wurden die Krankenhäuser in einem ersten Schritt zur Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von rund 3.600 Euro verpflichtet. Angesichts der drohenden gesundheitlichen Folgen für die Empfänger der Organe eine relativ geringe Strafe. Allerdings bleibt auch den Organempfängern die Möglichkeit zur Strafanzeige, sollten sie sich mit HIV infizieren. Außerdem könnten die Betroffenen in diesem Fall Schadenersatzforderungen an die Kliniken richten, die deutlich höher als das bisherige Bußgeld liegen würden, erklärte die taiwanesische Gesundheitsbehörde. Um einen Ausbruch der HIV-Infektion zu vermeiden, werden die fünf Patienten derzeit laut Aussage des nationalen Universitätsklinikums in Taipeh mit antiretrovirale Medikamenten behandelt. (fp)

Bild: Martin Büdenbender / pixelio.de