HIV: Studie zeigt Vorteile von frühzeitiger antiretroviraler Therapie

Sebastian
Je früher HIV-Infizierte mit einer antiretroviralen Therapie beginnen, desto höher sind ihre Chancen, nicht mit der Infektion einhergehende Krankheiten zu entwickeln

Je früher HIV-Infizierte mit einer antiretroviralen Therapie beginnen, desto besser. So das Ergebnis der internationalen „Start“-Studie (Strategic Timing of Antiretroviral Treatment), die am Mittwoch in den USA vorgestellt wurde. Durch die frühzeitige Einnahme der Medikamente reduziere sich nicht nur das Risiko, mit der Infektion einhergehende Krankheiten zu entwickeln, auch das Ansteckungsrisiko für gesunde Sexualpartner sei geringer, berichteten die Forscher.

Antiretrovirale Therapie verringert HI-Viruslast im Blut
Der Untersuchung zufolge verringert ein frühzeitiger Beginn der antiretroviralen Therapie die Sterblichkeit bei HIV deutlich. „Wir haben jetzt eindeutige Beweise, dass ein früher Beginn der antiretroviralen Therapie einen deutlich größeren gesundheitlichen Nutzen für HIV-infizierten Personen hat, als eine spät einsetzende Behandlung“, erläutert Anthony S. Fauci, Direkter des „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ (NIAID). „Darüber hinaus hat die frühzeitige Therapie einen doppelten Nutzen. Sie verbessert nicht nur die Gesundheit der Betroffenen, sondern reduziert auch das Risiko einer HIV-Übertragung auf andere, indem sie die Viruslast verringert. Diese Erkenntnisse haben globale Auswirkungen auf die Behandlung von HIV.“ So reduziere sich durch die frühzeitige Einnahme der Medikamente auch das Risiko, mit der Infektion einhergehende Krankheiten zu entwickeln. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein in der HIV-Forschung „, betont Jens Lundgren von der Universität Kopenhagen, der an der „Start“-Studie beteiligt war.

Bild: angellodeco/fotolia
Bild: angellodeco/fotolia

Antiretrovirale Therapie reduziert das Risiko der HIV-Übertragung
Die Anfälligkeit der sofort behandelten HIV-Infizierten für Infektionen sank der Untersuchung zufolge um mehr als die Hälfte (53 Prozent) im Vergleich zu der Kontrollgruppe, deren Teilnehmer erst in einem späteren Stadium, als ihr Immunsystem bereits geschwächt war, mit der antiretroviralen Therapie begannen. Die an der Studie beteiligten Forscher fordern deshalb antiretrovirale Therapien für alle mit dem HIV-Infizierten. Die Behandlung verbessere nicht nur die Gesundheit der Betroffenen, sondern verringere auch das Risiko einer HIV-Übertragung. Schätzungen zufolge sind weltweit rund 35 Millionen Menschen von HIV betroffen, aber nur etwa 13 Millionen haben Zugang zu einer frühzeitigen Therapie.

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Im Rahmen der „Start“-Studie wurden 4.685 HIV-infizierte Männer und Frauen im Alter von 18 bis 36 Jahren aus 35 Ländern untersucht. Etwa die Hälfte von ihnen hatte die HIV-Diagnose zu Beginn der Studie gerade erst erhalten, die anderen befanden sich bereits in einem späteren Stadium der Erkrankung. Die Ergebnisse der „Start“-Studie waren offenbar so überzeugend, dass sie nun bereits ein Jahr vor dem geplanten Ende eingestellt werden konnte. (ag)