HNO: Wer muss zur Tumorvorsorge?

Sebastian
Krebs gilt in Deutschland nach den Herz-Kreislauferkrankungen als zweithäufigste Todesursache. Ein frühzeitiges Erkennen von Tumoren verbessert die Erfolgsaussichten der Therapie – manchmal ergeben sich auch nur dadurch überhaupt erst Möglichkeiten der Behandlung. Krebsvorsorgeuntersuchungen haben daher eine wichtige Bedeutung.

Während Vorsorgeuntersuchungen für gynäkologische und urologische Krebserkrankungen sowie von Darmkrebs bereits eine große Akzeptanz erfahren, schenken viele anderen Krebsvorsorgeuntersuchungen nur wenig Beachtung. Dabei kommen Tumorerkrankungen im Kopf- und Halsbereich relativ häufig vor. Vor allem Menschen, die rauchen, regelmäßig Alkohol konsumieren oder in deren Familie es bereits zu HNO-spezifischen Krebserkrankungen gekommen ist, sollten die Vorsorge beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt nicht abtun. Darauf weist das HNOnet-NRW, ein Zusammenschluss niedergelassener HNO-Ärzte, hin.

„Tumorerkrankungen der oberen Atem- und Speisewege sind die vierthäufigsten bösartigen Tumorerkrankungen bei Männern – und auch bei Frauen nimmt die Häufigkeit seit Jahren kontinuierlich zu“, verdeutlicht Dr. Uso Walter, Vorsitzender des HNOnet-NRW. Da die Heilungschancen vor allem vom Zeitpunkt des Erkennens der Erkrankung abhängen, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung bei bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum oder ein familiäres Auftreten angezeigt. Die Untersuchung nimmt der HNO-Arzt mit dünnen Optiken vor, mit denen er Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf schmerzlos inspiziert. Auch Vorstufen von Tumorerkrankungen erkennt er so sicher. Ultraschalluntersuchung der Halsweichteile schließen darüber hinaus bösartige Erkrankungen der Lymphknoten, der Speicheldrüsen und der Schilddrüse sicher aus. (pm)