Hochansteckende Vogelgrippe im Emsland

Fabian Peters
Hochpathogene Vogelgrippeviren bei Legehennen im Emsland festgestellt
Im Emsland wurde das hochansteckende Vogelgrippevirus H7N7 in einem Legehennenbestand nachgewiesen. Laut Mitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mussten die circa 10.000 Legehennen des Betriebes „tierschutzgerecht getötet“ werden. Durch engen Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln sowie deren Produkten oder Ausscheidungen können sich auch Menschen mit dem Erreger infizieren. Direkter Kontakt zu infizierten Tieren sollte daher unbedingt vermieden werden, berichtet das niedersächsische Landwirtschaftsministerium.

Bei Eigenkontrollen des Legehennen-Betriebes im Emsland hatte sich der Verdacht auf Vogelgrippe ergeben. Dieser wurde nun durch amtliche Proben des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) bestätigt. Des Weiteren ergaben Untersuchungen im nationalen Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems, dass die Erreger dem hochpathogene Stamm der Aviären Influenza (HPAI) mit dem Subtyp H7N7 zuzuordnen sind.

Legehennen
10.000 Legenhennen wurden wegen des Nachweises der Vogelgrippe im Emsland getötet und um den betroffenen Betrieb wurde ein Sperrbezir eingerichtet. (Bild: reinhard sester/fotolia.com)

Umfassende Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet
Auf Basis der amtlichen Untersuchungsergebnisses wurden laut Mitteilung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums „alle notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Tierseuche nach europa- und bundesrechtlichen Vorschriften durch den Landkreis Emsland festgesetzt.“ So sei im Radius von drei Kilometern um den betroffenen Legehennen-Betrieb ein Sperrbezirk eingerichtet worden. Zudem erklärten die Behörden den Bereich mit einem Radius von zehn Kilometern um den Ausbruchsbetrieb zum Beobachtungsgebiet. „ Geflügel darf nicht in diese Gebiete hinein- oder aus diesen Gebieten heraus gebracht werden“, berichtet das Landwirtschaftsministerium. Neben den 10.000 Tieren des betroffenen Betriebes wurden auch die Bestände im Radius von einem Kilometer „tierschutzkonform getötet – in diesem Fall rund 60 Tiere aus zwei Tierhaltungen“, so das Ministerium weiter.

In den USA dieses Jahr bereits 50 Millionen infizierte Tiere
Die Behörden haben weitere epidemiologische Ermittlungen eingeleitet, um die Ursache der Vogelgrippe-Infektionen sowie weitere Kontaktbetriebe zu ermitteln. Sollte innerhalb von 30 Tagen nach Reinigung und Desinfektion des Betriebes kein neuer Fall auftreten, könnten die Sicherheitsmaßnahme laut Angaben des Landwirtschaftsministeriums wieder aufgehoben werden. Ausbrüche mit hochpathogenen Aviären Influenza-Stämmen sind seit Jahren weltweit immer wieder festzustellen. Dieses Jahr waren mit bisher annähernd 50 Millionen betroffenen Tieren insbesondere die USA von schweren HPAI-Fällen betroffen, berichtet das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium. In Niedersachsen waren die letzten Ausbrüche einer hochpathogenen Aviären Influenza (Typ H5N8) im Dezember 2014 im Landkreis Cloppenburg und im Landkreis Emsland aufgetreten. Weniger ansteckende Vogelgrippeformen wurden im März und im Juni dieses Jahres im Landkreis Cuxhaven und im Landkreis Emsland festgestellt. (fp)