Hodenhochstand: jeder fünfte Junge betroffen

Sebastian
Hodenhochstand kann zu Unfruchtbarkeit führen
Die Hoden entwickeln sich beim Ungeborenen in der Bauchhöhle. Von dort wandern sie normalerweise in den Hodensack. Geschieht dies nicht oder wandern die Keimdrüsen immer wieder zurück, kommt es zum sogenannten Hodenhochstand, von dem etwa jeder fünfte Junge betroffen ist. In den meisten Fällen gibt sich das Problem von allein. Dennoch sollten Eltern von betroffenen Jungen die Hodenfehllage im Auge behalten und – wenn das Phänomen nicht im ersten Lebensjahr verschwindet – frühzeitig handeln. Zwar verursacht die Fehlbildung keine Beschwerden, führt aber unbehandelt zu Unfruchtbarkeit. Zudem erhöht sich das Risiko, später im Leben an Hodenkrebs zu erkranken. Darauf weist die Uro-GmbH Nordrhein, ein Zusammenschluss niedergelassener Urologen, hin.

Im Normalfall wandern die Hoden des Jungen noch im Mutterleib in den Hodensack. Bei manchen Säuglingen verbleiben die männlichen Keimdrüsen, die für die Samenproduktion zuständig sind, im Bauch oder in der Leiste. Bei manchen Kindern wandern sie auch zwischen Hodensack und Leiste immer wieder hin und her, es kann auch nur ein Hoden betroffen sein. Die Spermienproduktion kann im Körperinneren nicht korrekt ablaufen. „Die Temperaturen sind für Samen-bildende Gewebe ein bis zwei Grad zu hoch“, erklärt Urologe Dr. Reinhold Schaefer von der Uro-GmbH Nordrhein. „Deshalb sollte ein Hodenhochstand bestenfalls bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres behoben sein, sonst wird es schwer für die Jungen, später einmal Vater zu werden.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Genitalien für Eltern oft immer noch ein Tabuthema sind. Auch im Rahmen der U-Untersuchungen wird ein Hodenhochstand zudem oft übersehen. Beispielsweise, weil sich im Moment der Untersuchung Hoden im Hodensack befinden, sonst aber immer wieder in den Körper wandern. Daher sollten Eltern selbst regelmäßig kontrollieren. „Kommt es vor, dass die Hoden wandern, hilft es dem Urologen bei der Wahl der richtigen Therapie, wenn Eltern ein Hodenlageprotokoll führen“, ergänzt Dr. Schaefer. Dabei überprüfen Eltern dreimal am Tag, ob die Keimdrüsen dort sitzen wo sie hingehören.

Zusammen mit dem Urologen wird dann entschieden ob und wie behandelt wird. In den meisten Fällen beginnt die Therapie mit einer Hormongabe. Über ein Nasenspray bekommen die Jungen dabei Hormone, die die Entwicklung der Hodengewebe verbessern. In manchen Fällen reicht eine solche Behandlung schon aus. Wenn nicht, wird schonend und minimalinvasiv operiert. „Der Eingriff ist nebenwirkungsarm und führt in fast allen Fällen zum Erfolg“, verdeutlicht Dr. Schaefer. Das sind für die Jungen, die sich später sicher kaum an die Behandlung erinnern werden, gute Nachrichten!

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