Höchster UV-Strahlenwert aller Zeiten gemessen

Heilpraxisnet

Höchster UV-Strahlenwert aller Zeiten gemessen

09.07.2014

UV-Strahlung gilt als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Hautkrebs. Bereits bei einem UV-Index von 8 gilt in Deutschland höchste Sonnenbrand-Gefahr. Forscher haben nun aus den bolivianischen Anden den höchsten je auf der Erdoberfläche registrierten Wert gemeldet: 43,3.

Höchster jemals auf der Erdoberfläche registrierter Wert
Die höchste jemals auf der Erdoberfläche registrierte UV-Strahlung wurde von Forscher in den bolivianischen Anden gemessen. Das Team aus den USA und Deutschland ermittelte im Dezember 2003 – während des Sommers auf der Südhalbkugel – einen UV-Index von 43,3. Dies berichteten die Wissenschaftler jetzt im Fachjournal „Frontiers in Environmental Science“. Zum Vergleich verwies Co-Autor Uwe Feister vom Richard-Aßmann-Observatorium des Deutschen Wetterdienstes im brandenburgischen Lindenberg auf Deutschland. Demnach kletterten hierzulande die Werte für ultraviolette Strahlung im Sommer auf 8 bis 9.

UV-Strahlung kann Hautkrebs auslösen
Menschen sollten bereits bei einem "UV-Index von 8 Aufenthalte im Freien meiden, weil die Strahlung Hautkrebs auslösen kann". Werte ab 11 gelten als extrem. Durch höhere UV-Strahlung wird das Sonnenbrandrisiko erhöht und somit längerfristig auch das Hautkrebsrisiko. So gilt etwa der kindliche Sonnenbrand als der wichtigste Risikofaktor für den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom). Experten raten daher regelmäßig dazu, sich "keiner starken Sonneneinstrahlung auszusetzen, geeignete Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille zu tragen sowie Sonnenschutzmittel zu verwenden".

Umweltbedingungen wie auf dem Mars
Die Forscher um die Astrobiologin Nathalie Cabrol vom SETI-Institut der US-Raumfahrtbehörde Nasa wollten eigentlich Umweltbedingungen wie auf dem Mars erforschen. Die Wissenschaftler stellten dazu in Bolivien nahe der Grenze zu Chile zwei Dosimeter auf, am Gipfel eines Vulkans in etwa 5.900 Metern Höhe und am See Laguna Blanca (4.340 Meter). Am 29. Dezember 2003 maßen die Geräte auf dem Berg eine Strahlung, die dem UV-Index 43,3 entspricht. An anderen Tagen wurden Werte bis 32 erreicht.

Möglicherweise hat eine gigantische Sonneneruption zur Extremstrahlung beigetragen
Wie die Forscher schreiben, sei "die extreme UV-B-Strahlung das Resultat mehrerer Umstände: die große Höhe, die im Zenit stehende Sonne sowie der Zustrom ozonarmer Luftmassen und womöglich auch ozonschädigender Gase". Auch eine "gigantische Sonneneruption könnte zur Extremstrahlung beigetragen haben, da am 4. November 2003 der bislang stärkste Ausbruch auf der Sonne erfasst wurde". Partikel von solaren Eruptionen können "die Atmosphäre beeinflussen und die Ozonschicht schädigen, die die Erde vor UV-Strahlung schützt".

Politische Spannungen haben Veröffentlichung verzögert
Da Klimaforscher voraussagen, dass sich die Ozonschicht über den Tropen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten durch den Klimawandel weiter ausdünnen wird, könnten solche UV-Rekorde dann häufiger vorkommen. Unter anderem politische Gründe haben dafür gesorgt, dass die Studie erst mehr als ein Jahrzehnt nach der Messung veröffentlicht wurde. Man habe die Ergebnisse überprüfen wollen und neue Dosimeter aufgestellt, doch wegen Spannungen zwischen den USA und Bolivien konnten die Forscher nicht zurückkehren, erklärte Cabrol. Auf der chilenischen Seite seien Kontrollmessungen erst 2009 abgeschlossen worden. (ad)

Bild: Sven Klöpping / pixelio.de