Höheres Risiko für Knochenbrüche bei Rheuma

Fabian Peters

Auch jüngere Rheumakranke unterliegen einem erhöhten Knochenbruchrisiko

05.12.2012

Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) weist unter Bezug auf eine Studie der Mayo Clinic in Rochester Minnesota darauf hin, dass bereits bei jüngeren Frauen mit Rheumatoider Arthritis ein erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen besteht. Bisher galt die Annahme, das erhöhte Knochenbruchrisiko betreffe lediglich ältere Patientinnen und Patienten.

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Auch bei jungen Patientinnen mit Rheumatoider Arthritis ist das Risiko von Knochenbrüchen bei einem Sturz oder vergleichbaren Belastungen deutlich erhöht, so die aktuelle Mitteilung des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen. Die zitierte Studie der US-Wissenschaftler um die Rheumatologin Dr. Shreyasee Amin von der Mayo Clinic konnte erstmals eindeutig belegen, dass nicht nur Patienten im Alter über 50 Jahren, die unter Rheumatoider Arthritis leiden, ein erhöhtes Knochenbruchrisiko aufweisen, sondern dass dies bei Frauen auch für deutlich jüngere Patientinnen gilt.

Insbesondere jüngere Frauen unterliegen einem Anstieg des Knochbruchrisikos
Zwischen den männlichen und weiblichen Patienten mit Rheumatoider Arthritis besteht laut Aussage der US-Wissenschaftler ein wesentlicher Unterschied in Bezug auf das Risiko von Knochenbrüchen. Während männliche Betroffenen in jungen Jahren zwar im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen ein leicht erhöhtes Knochenbruchrisiko aufweisen, steigt bei ihnen die Wahrscheinlichkeit derartiger Verletzungen erst mit dem Alter stark an. Bei Frauen mit Rheumatoider Arthritis erhöht sich den Ergebnissen der US-Forscher zufolge jedoch bereits in jungen Jahren das Risiko von Knochenbrüchen erheblich, erklärte der Berufsverband Deutscher Rheumatologen in Wiesbaden. Demnach sollten auch Frauen im Alter unter 50 Jahren mit Rheumatoider Arthritis sich der Tatsache bewusst sein, dass sie besonders vorsichtig sein müssen, um Knochenbrüche zu vermeiden, so die Aussage der Studienleiterin Dr. Shreyasee Amin. Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen betonte, dass Frauen mit Rheumatoider Arthritis dringend ihre Knochendichte messen lassen sollten, um den möglichen Knochenschwund (Osteoporose) zu bestimmen und das Risiko von Knochenbrüchen besser abschätzen zu können.

Knochenbrüchen mit richtiger Ernährung und viel Sonnenlicht vorbeugen
Als Vorbeugemaßnahmen zur Stärkung der Knochen empfiehlt der BDRh viel Tageslicht und Aufenthalt im Freien, um die Vitamin D-Produktion anzuregen, da dieses zur Aufnahme des knochenhärtenden Kalzium aus dem Darm benötigt wird. Sollten die Betroffenen nicht genügend Sonnenstrahlen abbekommen, um ausreichend Vitamin D zu bilden, ist laut Aussage des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen auch eine Behebung des Vitamin-D-Mangels durch Nahrungsergänzung sinnvoll. Allerdings dürfe das Vitamin D nicht zu hoch dosiert werden, da auch ein Vitamin-D-Überschuss ungesund ist, so die Aussage der Experten. Als weitere Maßnahmen zur Stärkung der Knochen empfiehlt der BDRh regelmäßige körperliche Bewegung und eine kalziumreiche Ernährung, wobei hier laut Aussage des BDRh zum Beispiel viel Milchprodukte, grünes Gemüse wie Broccoli oder Grünkohl, Sesam und kalziumhaltige Säfte zu verzehren sind. Auf phosphathaltige oder oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Weißbrot, Wurst, Schmelzkäse oder Softdrinks, sollten die Patienten mit Rheumatoider Arthritis am besten weitestgehend verzichten, weil diese die Kalziumaufnahme im Organismus blockieren und so einen Kalziummangel begünstigen. (fp)