Hohe Risiken: Ein ungeborenes Kind tritt Loch in die Gebärmutter

Nina Reese

Bein des Kindes durchstößt Gebärmutterwand

Die Geschichte einer Frau aus Südchina klingt unglaublich: In der 35. Schwangerschaftwoche wacht die werdende Mutter mit Bauchschmerzen auf. Als die Beschwerden immer stärker werden, Schweißausbrüche und Pulsrasen auftreten, kommt sie in die Klinik. Im Krankenhaus dann der Schock – auf dem Ultraschallbild ist zu erkennen, dass ein Bein ihres ungeborenen Kindes die Gebärmutterwand durchtreten hatte und nun in der Bauchhöhle der Frau feststeckte. Für Mutter und Kind bedeutete dies akute Lebensgefahr, doch die Ärzte konnten die Leben beider durch einen Notkaiserschnitt retten.

Frau kommt mit starken Schmerzen in die Notaufnahme

Ein Albtraum für jede werdende Mutter: Eine in der 35. Woche schwangere Frau aus Südchina wachte morgens mit Magenschmerzen auf, doch sie dachte sich erst nicht viel dabei, sondern ging von einer harmlosen Magenverstimmung aus. Die Beschwerden wurden jedoch immer stärker, zudem brach bei der nur als „Ms Zhang“ bekannten Frau heftiger kalter Schweiß aus und der Puls begann zu rasen. Um 10 Uhr morgens kam sie schließlich in die Notaufnahme des Krankenhauses der Peking-Universität Shenzhen, berichtet die „Sun“ unter Berufung auf das Krankenhaus.

Ein Gebärmutterriss wie bei der Frau aus Südchina kommt nur in sehr seltenen Fällen vor. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Beine des Kindes stecken fest

Dort erlebte die Frau einen Schock: Denn die Beschwerden waren nicht durch eine Magenverstimmung entstanden, sondern durch ihr ungeborenes Kind, das mit seinem Fuß ein Loch in die Gebärmutterwand getreten hatte.

Die Frau klagte beim Eintreffen in die Klinik über extreme Schmerzen und die Ärzte stellten Probleme mit ihrem Blutdruck, dem Puls und ihrer Atmung fest. Die Spezialisten vermuteten zunächst, dass die Gebärmutter der hochschwangeren Patientin gerissen sein könnte und führten eine Ultraschalluntersuchung durch. Es zeigte sich, dass das Bein des Fötus die Gebärmutterwand in die Bauchhöhle der Mutter „getreten“ hatte und die Oberschenkel des Kindes feststeckten, so der Bericht der Zeitung.

Ärzte führen Notkaiserschnitt durch

Die Mediziner entschieden, sofort einen Notkaiserschnitt durchzuführen, obwohl der eigentliche Geburtstermin erst knapp einen Monat später gewesen wäre. Doch sie konnten kein Risiko eingehen, da sie befürchteten, dass die Frau eine gefährliche innere Blutung erleiden und in einen Schockzustand geraten könnte. Für das ungeborene Baby bestand durch die gebrochene Gebärmutterwand das Risiko für eine lebensbedrohlichen Infektion.

Die Chirurgen Zhang Lei, Zhang Yanping und Zhong Shilin entbanden das Baby in nur zehn Minuten, da sie fürchteten, es hätte totgeboren werden können. Dabei entdeckten sie Blut im Bauch der Mutter und einen 7 cm großen „Bruch“ in ihrer Gebärmutterwand. Der Eingriff der Ärzte erfolgte glücklicherweise noch rechtzeitig genug, laut Bericht der Ärzte geht es Mutter und Tochter, nach der traumatischen Ankunft der Kleinen auf der Welt, heute gut.

Schwachstelle durch alte Narbe

Eine Ruptur der Gebärmutter während der Schwangerschaft ist eine sehr seltene Komplikation, die aber lebensbedrohlich sein kann. Die medizinische Vorgeschichte der Frau brachte ans Tageslicht, dass bei ihr im Jahr 2016 eine Operation zur Entfernung von gutartige Wucherungen der Gebärmutter (Myomen) durchgeführt worden war. Infolgedessen hatte sie eine alte Wundnarbe in ihrer Gebärmutterwand, die eine schwache Stelle hinterlassen hatte. Frauen sollten daher nach einem solchen Eingriff mindestens ein Jahr warten, bis sie schwanger werden. (nr)