Hohe Unzufriedenheit bei Patienten

Sebastian

Jeder fünfte Patient in Nordrhein-Westfalen ist mit seinem Arzt unzufrieden

12.06.2011

Jeder fünfte nordrhein-westfälische Patient ist laut einer Umfragestudie unzufrieden mit seiner ärztlichen Behandlung. Viele beklagen ein mangelndes Verständnis der Ärzte für die Sorgen und Nöte des Patienten.

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Jeder Fünfte ist mit der Behandlung durch einen Haus- oder Facharzt in Nordrhein-Westfalen unzufrieden. Das ergab eine repräsentative Umfragestudie des Forschungs- und Meinungsinstituts Forsa im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK). Bei der Umfrage wurden insgesamt 1000 Männer und Frauen jeden Alters befragt. Neben langen Wartezeiten für die Terminvergabe beklagten viele ein hohes Unverständnis der Ärzte. Besonders junge Menschen zeigten sich über die Behandlung durch den Arzt verärgert.

Besonders junge Menschen unzufrieden
Die junge Altersgruppe (18-29 Lebensjahre) zeigte sich angesichts erlebter Wartezeiten für Arzttermine besonders verärgert. Jeder zweite Befragte sagte, der Arzt hatte während der Konsultation wenig Zeit und zeigte obendrein wenig Verständnis für die Belange des Patienten. Oftmals hätte der Arzt zu wenig über Behandlungsoptionen oder Therapien aufgeklärt. Die Wartezeiten betrugen oftmals mehrere Tage bis Wochen.

Bei den älteren Umfrageteilnehmern zeigte sich eine größere Zufriedenheit. In der Altersgruppe der über 60jährigen gaben rund 80 Prozent an, sich gut behandelt und versorgt zu fühlen. Zudem zeigten ältere Patienten eine größere Toleranz bei der Terminvergabe. Nur jeder Dritte sagte, der Mediziner hatte zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit.

Gesundheitsministerin ermahnt Ärzte
Die NRW Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/ Die Grünen) mahnte angesichts der Studienergebnisse die Ärzte, sich mehr Zeit für die Behandlung zu nehmen. Schließlich benötigt man für eine gute Therapie nicht nur gute Medizinerinnen und Mediziner, „sondern auch Zeit und Zuwendung während der Behandlung“, mahnte die Ministerin. Zur Gesundung brauchen Patienten neben der Diagnostik und Therapie auch eingehende Erläuterungen und Gespräche. Diese kommen im Alltag oftmals zu kurz. (sb)