Hoher Blutdruckwert bei Kindern: Unbedingt wieder messen

Alfred Domke

Wenn der Blutdruck von Kindern beim Arzt hoch ist: Zweite Messung empfohlen

Gesundheitsexperten zufolge wird bei Kindern immer häufiger Bluthochdruck festgestellt. Allerdings ist ein einmalig erhöhter Wert noch kein Beleg für Hypertonie. Laut Forschern aus den USA sollte man immer eine zweite Blutdruckmessung machen, wenn die erste auf hohen Blutdruck hinweist.


Immer mehr Patienten mit Bluthochdruck

Der Deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® zufolge leiden etwa 30 Prozent der Erwachsenen weltweit an Bluthochdruck. Viele ahnen jedoch nichts davon. Das kann gefährlich werden. Denn unbehandelte Hypertonie ist Risikofaktor Nummer Eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist also klar, dass man Hypertonie besser früh diagnostizieren und therapieren sollte. Das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Doch wenn bei den Kleinen einmal erhöhter Blutdruck gemessen wird, heißt das noch nicht, dass sie tatsächlich an Hypertonie leiden.

Wenn bei einem Kind hohe Blutdruckwerte gemessen werden, sollte unbedingt erneut gemessen werden. Denn die bei der ersten Messung gewonnen Werte bestätigen sich laut Forschern häufig nicht. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Bei Kindern immer eine zweite Blutdruckmessung durchführen

Forscher aus den USA weisen darauf hin, dass es wichtig ist, bei Kindern eine zweite Blutdruckmessung durchzuführen, wenn die erste einen Hinweis auf hohen Blutdruck geliefert hat, berichtet das Portal „Health Day“.

Denn die Wissenschaftler stellten in einer Untersuchung fest, dass fast 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen, deren Blutdruck von ihrem Hausarzt überprüft wurde, Messwerte im hohen Bereich aufwiesen, jedoch weniger als die Hälfte dieser Messwerte bestätigt wurden, als ihr Blutdruck erneut überprüft wurde.

Laut den Studienautoren bestätigte sich der Verdacht auf Bluthochdruck lediglich bei zwei Prozent der Kinder.

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Hypertension“ veröffentlicht wurde, waren Daten von mehr als 755.000 Patienten des Kaiser-Permanente-Unternehmens in Südkalifornien, die zwischen drei und 17 Jahre alt waren, ausgewertet.

„Bluthochdruck bei Kindern wird von Kinderärzten nicht besonders oft diagnostiziert, doch falls er tatsächlich vorliegt, ist es auch wichtig, ihn aufzuspüren“, erklärte Studienautor Dr. Robert James Riewerts, regionaler Leiter der Pädiatrie für die Southern California Permanente Medical Group.

„Diese Studie ist wichtig, weil sie den besten Weg zeigt, Bluthochdruck bei einem Kind oder Teenager genau zu diagnostizieren“, sagte er in einer Pressemitteilung von Kaiser Permanente.

„Eine zweite Blutdruckmessung zu machen, wenn die erste hoch ausfiel, ist etwas, das alle Kliniker berücksichtigen müssen.“

Richtige Diagnose hilft Folgeerkrankungen zu verhindern

Laut den Forschern ist es normal, dass der Blutdruck von Kindern und Jugendlichen stark variiert. Was als Bluthochdruck gilt, ist auch bei jungen Menschen abhängig von ihrem Geschlecht, ihrem Alter und ihrer Körpergröße.

So erklärte Professor Wühl von der Deutsche Hochdruckliga (DHL) in einer Meldung: „Ein Wert von 120 zu 80 mm Hg, der für Erwachsene optimal ist, ist bei einem 12-Jährigen gerade noch normal, bei einem 6-Jährigen zu hoch, bei einem 3-Jährigen ist es eine schwere Hypertonie und bei einem Neugeborenen ein Notfall.“

Wenn Bluthochdruck nicht erkannt wird, erhalten Kinder und Jugendliche und deren Eltern möglicherweise nicht die erforderliche Beratung mit Hinweisen auf sinnvolle Lebensstilveränderungen, oder sie bekommen nicht die erforderlichen Medikamente.

Ohne frühzeitige Behandlung steigt jedoch die Gefahr, dass Kinder später von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall betroffen sind.

Bluthochdruck muss längst nicht immer mit Medikamenten behandelt werden, in vielen Fällen lässt er sich auch unter anderem über eine gesündere Ernährung auf mildere Weise senken. (ad)