Hoher Nuss-Verzehr lässt Überlebensrate bei Prostatakrebs deutlich ansteigen

Forscher der Havard Medical School kommen zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von fünf Portionen Nüssen pro Woche die Überlebenschancen bei Prostatakrebs deutlich erhöht. (Bild: zb89v/fotolia.com)
Fabian Peters
Nüsse zeigen eine erfreuliche Wirkung auf den Krankheitsverlauf bei Prostatakrebs
Der Verzehr von Nüssen wird mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen in Zusammenhang gebracht. US-Wissenschaftler der Harvard Medical School haben jetzt herausgefunden, dass regelmäßiger Nussverzehr auch eine überraschend deutlich Wirkung auf die Überlebenschancen von Prostatakrebs-Patienten hat. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in dem Fachmagazin „Britisch Journal of Cancer“ (BJC). http://www.nature.com/bjc/journal/vaop/ncurrent/full/bjc2016181a.html

Nüsse enthalten allgemein viel Eiweiß, gesunde ungesättigte Fette und Ballaststoffe. Ihr Verzehr kann helfen, eine Gewichtszunahme zu vermeiden sowie die LDL-Cholesterin-Werte und den Blutdruck zu senken, was präventiv gegen Herz-Kreislauf-Krankheit wirkt, so die Mitteilung der Harvard Medical School. Bei Prostatakrebs-Patienten zeigte sich in der aktuellen Untersuchung zudem eine deutlich verbesserte Überlebenschance, wenn die Betroffenen pro Woche mindestens fünf Portionen Nüsse (jeweils knapp 30 Gramm) zu sich nahmen. „Häufiger Verzehr von Nüssen nach der Diagnose wurde mit einer deutlich reduzierten Gesamtsterblichkeit assoziiert“, berichten die Forscher.

Forscher der Havard Medical School kommen zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von fünf Portionen Nüssen pro Woche die Überlebenschancen bei Prostatakrebs deutlich erhöht. (Bild: zb89v/fotolia.com)
Forscher der Havard Medical School kommen zu dem Ergebnis, dass der Verzehr von fünf Portionen Nüssen pro Woche die Überlebenschancen bei Prostatakrebs deutlich erhöht. (Bild: zb89v/fotolia.com)

Kein Zusammenhang mit dem Erkrankungsrisiko
In der aktuellen Studie untersuchte das Forscherteam der Harvard Medical School, inwiefern sich der Verzehr von Nüssen auf die Inzidenz und Überlebensrate bei Prostatakrebs auswirkt. Zu diesem Zweck werteten sie die Daten von 47.299 Männer aus, die über einen Zeitraum von 26 Jahren beobachtet wurden. Insgesamt entwickelten 6.810 Probanden ein Prostatakarzinom. In Bezug auf die Wahrscheinlichkeit einer Prostatakrebserkrankung konnten die Forscher allerdings keinen Zusammenhang mit dem ebenfalls ermittelten Nussverzehr feststellen. Jedoch zeigte sich, dass bei bestehender Prostatakrebs-Diagnose der Nussverzehr die Überlebenschance deutlich erhöhte.

Gesamtmortalität um 34 Prozent verringert
Prostatakrebs-Patienten, die nach der Diagnose fünf Mal oder häufiger pro Woche eine Portion Nüsse verzehrten, zeigten eine signifikant niedrigere Gesamtmortalität, so das Ergebnis der US-Wissenschaftler. Die Gesamtmortalität sei bei ihnen um 34 Prozent geringer ausgefallen, als bei denjenigen, die weniger als einmal pro Monat Nüsse aßen. Die Vorteile seien für alle Nüsse wie beispielsweise Walnüsse, Pekannüsse, Mandeln und Pistazien gültig, aber auch für Erdnüsse, die rein fachlich nicht zu den Nüssen, sondern zu den Hülsenfrüchten zählen.

Nüsse eine gesunde Bereicherung der Ernährung
Insgesamt sprechen viele Studien der letzten Jahre dafür, dass Nüsse eine gesunde Bereicherung der Ernährung darstellen, von der wir mehr konsumieren sollten. So wurde zum Beispiel nachgewiesen, dass Walnüsse die LDL-Cholesterinwerte senken, Nüsse das Diabetes-Risiko verringern und allgemein das Sterberisiko reduzieren. Die aktuelle Studie legt nun den Schluss nahe, dass Nüsse zudem eine äußerst positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf bei Prostatakrebs haben. In einem nächsten Schritt wäre daher zu untersuchen, auf welche Inhaltsstoffe der Nüsse dieser Effekt zurückgehen könnte, um anschließend gegebenenfalls entsprechende Wirkstoffe für die Therapie zu nutzen. (fp)

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