Hoher Salzkonsum begünstigt schon bei Jugendlichen ungesunde Gefäßveränderungen

Alfred Domke
Hoher Salzkonsum von Teenagern kann zu Gefäßveränderungen führen
Wer sich gesund ernähren will, sollte nicht nur seinen Fett- und Zuckerkonsum in Grenzen halten, sondern auch nicht zu viel Salz essen. Dies gilt vor allem auch für Kinder und Jugendliche. In einer aktuellen Studie hat sich gezeigt, dass ein hoher Salzkonsum schon bei Teenagern zu ungesunden Gefäßveränderungen führen kann.

Zu viel Salz ist ungesund
Seit Jahren rufen Ernährungsexperten dazu auf, den Salzkonsum zu reduzieren. Salz ist zwar ein lebenswichtiger Mineralstoff für den Körper. Doch wer zu viel davon isst, riskiert gesundheitliche Schädigungen wie Bluthochdruck. Dadurch steigt auch die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt. In einer Studie US-amerikanischer Forscher zeigte sich vor wenigen Monaten, dass selbst schon die Gesundheit von Kindern durch zu viel Salz gefährdet ist. Und nun berichteten Wissenschaftler, dass Jugendliche, die zu viel Salz essen, oft ungesunde Gefäßveränderungen zeigen.

Ein hoher Salzkonsum kann sogar schon bei Jugendlichen Gefäßveränderungen zur Folge haben. In einer Studie zeigte sich, dass bei diesen Teenagern die Elastizität der Arterien beeinträchtigt ist. Das kann gefährlich werden. (Bild: Sabine Hürdler/fotolia.com)

Messbare Veränderungen in den Blutgefäßen
Bei Teenagern, die zu viel Salz essen, sind messbare Veränderungen in ihren Blutgefäßen messbar. Das berichteten Forscher auf dem Pediatric Societies Meeting 2017 in San Francisco.

Im offiziellen Nachrichtenmagazin der „American Academy of Pediatrics“ wird erklärt, dass Verhärtungen der Arterien zu den Vorstufen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören und ein bekannter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall sind.

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Schon frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine abnehmende Flexibilität der Arterien in der Jugend mit Risikofaktoren wie Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck und hohem Cholesterinspiegel verbunden ist.

Geringere Arterienflexibilität
An der Studie nahmen insgesamt 775 Jugendliche teil. Die Forscher ermittelten bei den Probanden die Elastizität der Armarterien. Wie viel Salz sie zu sich nahmen, dokumentierten die Teenager in einem Ernährungstagebuch selbst.

Laut Studienleiterin Dr. Elaine M. Urbina zeigten die Messwerte, dass ein höherer Salzkonsum mit einer geringeren Arterienflexibilität sowie einer höheren Pulswellengeschwindigkeit (PWV) verbunden war.

Ein erhöhter Salzkonsum wirkte sich demnach sowohl in den peripheren Arterien in den Extremitäten als auch in den zentralen Arterien mit einer geringeren Arterienflexibilität aus.

„Es ist bekannt, dass Jugendliche und junge Erwachsene dazu tendieren, mehr Salz zu essen, als empfohlen wird. Unsere Studie legt nahe, dass dies mit Veränderungen im Körper verbunden ist, die längerfristig das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen“, so Dr. Urbina.

Nicht mehr als einen Teelöffel Salz pro Tag
Doch wie viel Salz sollte man zu sich nehmen?

„Die zuständigen Behörden für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sind sich darüber einig, dass bei den meisten Europäern der tägliche Konsum (ca. 8–11 g) weit über dem empfohlenen Niveau liegt“, schreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ihrer Webseite.

Die WHO empfiehlt eine Salzzufuhr von weniger als fünf Gramm pro Tag (entsprechend etwa einem Teelöffel Salz täglich), um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Diese Maximalmenge gilt auch für Kinder zwischen sieben und zehn Jahren.

Bei Kindern zwischen 18 Monaten und drei Jahren sollte die Salzzufuhr zwei Gramm pro Tag nicht übersteigen. Und bei Kindern unter neun Monaten sollte der Nahrung gar kein Salz hinzugefügt werden. (ad)