Hohes Herzinfarkt-Risiko an Weihnachten

Heilpraxisnet

DAK-Gesundheit: Statistik zeigt besonders viele Herzinfarkte an den Weihnachtstagen

16.12.2013

Die Weihnachtszeit ist nicht nur die Zeit für Ruhe und Erholung im Kreis der engsten Verwandtschaft. Die Geschenkeinkäufe müssen erledigt werden, der Tannenbaum muss rechtzeitig dekoriert am 24. bereit stehen und im Job stehen noch Aufgaben an, die bis zum Jahreswechsel unbedingt erledigt werden müssen. Für viele Menschen ist diese Phase des Jahres auch mit einer Menge Stress verbunden und mündet bei einigen mitunter in einem Herzinfarkt.

Die Krankenkasse DAK-Gesundheit hat diesbezüglich eine Auswertung der Krankenhausdaten ihrer Versicherten aus den Jahren 2009 bis 2012 vorgenommen. Dabei fiel auf, dass in dieser Zeit ein Drittel mehr Menschen mit der Diagnose „Herzinfarkt“ eingeliefert wurden als im Jahresdurchschnitt. „Männer sind davon besonders häufig betroffen. Das Fest der Liebe schlägt buchstäblich aufs Herz", teilte die DAK mit.

Die Krankenkasse sieht vor allem privaten und beruflichen Stress als mögliche Ursachen für vermehrte Herzanfälle. Laut der Auswertung kommt es in Deutschland an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag im Schnitt zu jeweils 40 Klinikeinweisungen aufgrund eines Herzinfarkts. In der restlichen Zeit des Jahres werden nur 30 Einweisungen pro Tag gemeldet, so die Krankenkasse.

"Es kann immer mal Abweichungen vom Durchschnitt geben", sagte Peter Rowohlt von der DAK-Gesundheit. "Die Häufung zu Weihnachten in allen vier aufeinanderfolgenden Jahren ist aber sehr auffällig." Männer sind dafür besonders gefährdet, denn in mehr 60 Prozent der Einlieferungen ist ein Mann der Notleidende. Generell sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland die häufigste Todesursache.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden in 2012 mehr als 40 Prozent aller Sterbefälle mit dieser Erkrankung in Verbindung gebracht. Von den insgesamt 55.425 Menschen waren 56 Prozent Männer. Doch die Weihnachtszeit trägt nur bedingt zu dieser Erhöhung bei, denn in der Regel entstehen Herzprobleme aufgrund langfristiger Ursachen, die dann im schlimmsten Fall in einem Infarkt enden. Zu den Hauptrisikofaktoren für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße zählen Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Bewegungsmangel. Kommen Adipositas und eine unausgewogene Ernährung hinzu, wird das Risiko sogar noch verstärkt.

Heiligabend war nicht immer so
Obwohl Stress als ein wesentlicher Auslöser für Herzinfarkte gilt, war Weihnachten nicht immer die Zeit für akutes Herzversagen. Die Gesellschaft für Kardiologie hatte im Jahr 2007 die Daten von 36.400 Herzinfarkten ausgewertet und kam dabei zu dem unerwarteten Ergebnis. Um Weihnachten war damals die Infarktquote unerwartet 10 Prozent geringer als im restlichen Jahr. Auch in den drei Tagen zuvor konnte schon eine Verringerung festgestellt werden. Die Gesellschaft hatte erklärt, dass die tages- und jahreszeitlichen Schwankungen beim Auftreten eines Herzinfarkts vor allem mit Änderungen im vegetativen Nervensystem in Zusammenhang stehen.

Warum die neusten Auswertungen der DAK-Gesundheit nun zu einem gegenteiligen Ergebnis kommen, darüber kann nur spekuliert werden. Mediziner empfehlen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen regelmäßige Bewegung von etwa dreimal 30 Minuten pro Woche, eine abwechslungsreiche Ernährung mit wenig tierischen Fetten und Fleisch sowie Alkohol nur in sehr geringen Maßen. Auf Nikotin sollte gänzlich verzichtet werden. (fr)