Homöopathie bei multimorbiden Patienten

Heilpraxisnet

Komplexität und Individualität − Homöopathie bei multimorbiden Patienten

23.01.2015

Patienten mit Mehrfachdiagnosen und höherem Lebensalter nehmen in den ärztlichen Praxen zu. „Das Thema des Kongresses spiegelt genau diese Alltagsrealität wieder“, sagt die Berliner Ärztin Dr. Ursula Dohms, die das Organisationsteam leitet: Damit steigt auch die Komplexität eines Falles. „Dieser Herausforderung begegnen wir mit einer homöopathischen Behandlung, die die Individualität des Patienten berücksichtigt“, erklärt Dohms. Voraussetzung hierfür sei eine enge Abstimmung zwischen Arzt und Patient bezüglich des Behandlungsziels – sei es Heilung, Palliation, Homöopathie als Begleittherapie oder der Behandlung von Nebenwirkungen.

Der Allgemeinmediziner Dr. Bruno Mey aus Tübingen wird auf dem DZVhÄ-Kongress im Mai über seine Erfahrungen mit der homöopathischen Behandlung multimorbider Patienten in der hausärztlichen Versorgung berichten. „Es ist sehr befriedigend, weil diese Patienten mit hoher Compliance gut beobachten, was uns die Arbeit sehr erleichtert, aber auch, weil sie zufrieden und dankbar registrieren, um wie viel besser ihre Lebensqualität gegenüber der rein konventionellen Behandlung ist,“ schreibt Mey in seinem Abstrakt. Doch multimorbide Patienten sind nicht mit älteren Menschen gleichzusetzen.

Dr. Klaus von Ammon, Universität Bern, greift in Köthen das schwierige Thema Kinderonkologie auf. Homöopathie ist als alleinige oder zusätzliche Therapie bei Kindern mit Krebserkrankungen seit langem bekannt. „Kinderonkologische Erfahrungen aus Bern“ heißt sein Vortrag, bei dem von Ammon auch der Frage nachgeht, welche Ergebnisse in den Bereichen von Tumorerkrankung, Nebenwirkungen und Lebensqualität erzielt werden können.

Und was sagt die Wissenschaft zur Homöopathie? Dieser Frage geht Jens Behnke, CarstensStiftung, im Eröffnungsvortrag auf den Grund. Behnke präsentiert zunächst den aktuellen Stand der Forschung zur Homöopathie. Da das Verhältnis von Homöopathie und Wissenschaft von jeher ein angespanntes ist, plädiert Behnke in seinem Vortrag für einen Minimalkonsens von Ärzten und Kritikern. Der Deutsche Homöopathie-Kongress 2015 wird ergänzt durch eine Fachausstellung, ein Mittagssymposium, einen Patiententag sowie einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm. Die 164. Jahrestagung des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) findet vom 14.-16. Mai 2015 in Köthen (Anhalt) statt. Es werden etwa 500 Ärztinnen und Ärzte erwartet, mehr als 40 namhafte Referenten stellen ihre Themen in Vorträgen, Seminaren und Workshops vor. (pm)

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