HPV: Papillomaviren durch Oralsex übertragen und meistens ursächlich für Hals- und Kopfkrebs

Gefährliche HPV-Viren können Krebs verursachen. Bild: Dr. Kateryna - fotolia
Sebastian

Oral-Sex könnte die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Krebsarten erhöhen
Sexuell übertragbare Viren sollten niemals unterschätzt werden. Sogenannte Humane Papillomaviren erhöhen das Risiko von Hals- und Kopfkrebs. Wissenschaftler warnten jetzt vor der Viruserkrankung und ihren gefährlichen Folgen.

Die orale humane Papillomaviren gehören zu den Viren, die meist durch Geschlechtsverkehr oder Oralsex übertragen werden. Normalerweise infizieren die Viren unsere Epithelzellen der Haut und verschiedene Schleimhäute. Die Infektion führt zur Bildung von Warzen an den betroffenen Stellen. Durch Geschlechtsverkehr übertragen, entstehen meist Genitalwarzen. Eine neue Studie stellte nun fest, dass die Infektion das Risiko für Hals- und Kopfkrebs erhöht. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchung jetzt im Fachjournal „JAMA Oncology“.

Gefährliche HPV-Viren können Krebs verursachen. Bild: Dr. Kateryna - fotolia
Gefährliche HPV-Viren können Krebs verursachen. Bild: Dr. Kateryna – fotolia

Speichelprobe kann helfen, Risiko für Kopf- und Halskrebs zu bestimmen
Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Humane Papillomaviren (HPV) Rachen-Krebs bei Männern und Gebärmutterhalskrebs bei Frauen auslösen können. In der aktuellen Studie stellte das Forscher-Team vom „Albert Einstein College of Medicine“ fest, dass „Speichelproben helfen zu bestimmen, ob eine Person das Risiko zur Entwicklung von Hals oder Kopf Krebs in sich trägt“. Das erhöhte Risiko von Kopf- und Halskrebs, ist vor allem mit einer speziellen Form von HPV verbunden, dem sogenannten HPV-16.

Die aktuelle Studie untersuchte 96.650 Speichelproben der Teilnehmer, die zuvor niemals an Krebs erkrankt waren, erläuterten die Mediziner. Die Probanden nahmen an Prostata-, Lungen-, Colorectal- und Ovarian-Krebs-Screenings teil. Die Testpersonen wurden etwa vier Jahre medizinisch begleitet und überwacht. Das Team fand heraus, dass 132 Teilnehmer in der Beobachtungszeit entweder Hals oder Kopf Krebs entwickelten. Die Daten der Erkrankten wurden mit den Daten der 396 Teilnehmer in der Kontrollgruppe verglichen. Die Speichelproben wurden dann auf verschiedene Arten von oralen HPV untersucht.

HPV-16 erhöht Risiko für Oropharynxkarzinom um 22 Prozent
Probanden, deren Speichelproben HPV-16 enthielten, hatten ein um 22 Prozent erhöhtes Risiko ein Oropharynxkarzinom zu entwickeln. Dies ist eine Krebserkrankung im Mundrachen, die zur Klasse der Kopf-Hals-Tumore gehört. Darüber hinaus stellte das Forscherteam fest, dass auch sogenannte gamma-HPV und beta-HPV mit einem erhöhten Risiko der Entwicklung für Kopf- und Halskrebs verbunden sind. Diese HPV-Typen werden gewöhnlich auf der Haut gefunden.

Menschen, bei denen HPV gefunden wurde, sollten vorsichtig sein, da es zu Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, des männlichen Gliedes und des Anus führen kann. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der Blick auf das Vorhandensein von HPV-16 in Speichelproben helfen kann, die Entwicklung von Kopf- und Halskrebs vorherzusagen. Die wirklich gute Nachricht ist aber, dass „das Virus schon in den Anfängen, über einen einfachen Impfstoff gestoppt werden können“, erläuterten die Mediziner in ihrer Studie.

Prominenter amerikanischer Schauspieler an Kehlkopfkrebs durch HPV erkrankt
Das wohl bekannteste Beispiel für eine Person, die mit Kehlkopfkrebs durch den Virus infiziert wurde, war der berühmte Hollywood-Schauspieler Michael Douglas. Seine Erkrankung gehörte zu den großen Schlagzeilen im Jahre 2013. Der Schauspieler erhielt damals die Diagnose, dass er an Kehlkopfkrebs der Stufe vier erkrankt sei.

Mehrere Spezialisten konnten später die Ursache für Douglas Rachen-Erkrankung identifizieren. Ein Arzt aus Montreal entdeckte schließlich einen walnussgroßen Tumor an der Basis von der Zunge des Schauspielers. Douglas erklärte später, dass der Krebs durch HPV verursacht sei. Bisher gibt es in den USA zwei von der „Food and Drug Administration“ (FDA) zugelassene Impfstoffe auf dem Markt, die für eine Behandlung von HPV-16 und HPV-18 Infektionen geeignet sind – Gardasil und Cervarix. Über zwei Drittel der Amerikaner, sind von ähnlichen Viren infiziert, die eine Reihe von lästigen Symptomen verursachen, erklärten die Mediziner abschließend.(as)

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