Hydrotherapie: Kneipp-Kuren im eigenen Bad

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Fabian Peters

Auch zu Hause im Badezimmer kann die Hydrotherapie angewandt werden

07.06.2013

Trend zu Kneipp-Kuren im eigenen Badezimmer. Mitunter erfahren naturheilkundliche Behandlungsmethoden Unterstützung aus unerwarteter Richtung. So hat die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) in einer aktuellen Pressemitteilung auf die Möglichkeiten zur Anwendung von Wechselgüssen nach dem Vorbild der Kneipp-Kuren im eigenen Badezimmer hingewiesen.

Zwar verknüpft die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft ihre Empfehlungen zur Heimanwendung der Hydrotherapie mit entsprechenden Hinweisen auf spezielle Einrichtungen des Badezimmers, was die wirtschaftlichen Interessen der Hersteller verdeutlicht. Doch sollte dies die Aussagen in Bezug auf die positiven gesundheitlichen Effekte der Hydrotherapie nicht schmälern. Ob für die Verfahren spezielle Armaturen benötigt oder diese mit entsprechenden Hilfsmitteln im herkömmlichen Badezimmer durchgeführt werden, bleibt dabei den Anwendern überlassen.

Positive Wirkung der Hydrotherapie
Der Hydrotherapie werden zahlreiche positive gesundheitliche Effekte zugeschrieben, wobei die Behandlungsmethode sich vor allem die temperaturbedingten aber auch auf die mechanischen Reize des Wassers zu Nutze macht. So sollen beispielsweise sogenannte Wechselgüsse aus kaltem und warmem Wasser eine Wirkung auf das Herzkreislaufsystem entfalten. Auch wird in der Naturheilkunde davon ausgegangen, dass die äußeren Temperaturreize des Wassers einen Effekt auf die innere Organe haben. Neben den klassischen Kneipp-Kuren sind zum Beispiel medizinische Bäder, Sitzbäder, Fußbäder und Dampfanwendungen als Formen der Hydrotherapie zu nennen.

Gießrohre für Wechselgüsse
Laut Mitteilung des VDS kann eine spezielle Einrichtung des Badezimmers die Anwendung der verschiedenen Hydrotherapie-Formen deutlich erleichtern. Hierfür sei „bei der Planung eines neuen Bades auf die Einteilung in verschiedene Zonen achten“, wobei auch die Vorrichtungen für Wasseranwendungen Berücksichtigung finden sollten. Speziell für die Anwendung von Wechselgüssen könnten sogenannte Kneippschläuche oder neuartige Gießrohre installiert werden. Auch empfiehlt der VDS die Dusche möglichst bodengleich einzubauen und eine Sitzgelegenheit vorzusehen, um die Anwendung von Knie- oder Schenkelgüssen zu erleichtern. Des weiteren sei ein Fußbecken – idealerweise in Kombination mit einer Sitzbank – gut für die Heimanwendung der Hydrotherapie geeignet.

Rutschfeste Oberflächen für sicheren Stand bei der Hydrotherapie
Um einen sicheren Stand zu gewährleisten seien Haltegriffe und rutschfeste Oberflächen vorzusehen. Auch rät der VDS zur Anschaffung eines Holzrostes, das „laut Sebastian Kneipp, dem Wegbereiter der medizinischen Wasseranwendungen, die Füße während der Hydrotherapie nicht im ablaufenden Wasser stehen“ sollten. Inwieweit Anwenderinnen und Anwender den Einrichtungsempfehlungen des VDS folgen ist jedoch auch eine Frage des Geldes, denn die Kosten eines entsprechend gestalteten Badezimmers dürften deutlich über denen eines herkömmlichen Badezimmers liegen. (fp)

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Bild: Günter Havlena / pixelio.de