Ikea stoppt Verkauf Mineralöl-belasteter Donuts – Andere Anbieter reagieren nicht

Nachdem "Öko-Test" bei einer Untersuchung Mineralöle in Donuts gefunden hat, hat die Möbelkette Ikea die belasteten Produkte aus dem Sortiment genommen. Bei anderen Anbietern sind sie aber noch immer im Angebot. (Bild: George Dolgikh/fotolia.com)
Alfred Domke
Gesundheitsgefährdende Mineralöle: Ikea stoppt Verkauf belasteter Donuts
Das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ hatte in einer Untersuchung von Donuts teils „stark erhöhte“ Konzentrationen gesundheitsgefährdender Substanzen nachgewiesen. Der Möbelhändler Ikea hat den Verkauf belasteter Donuts nun gestoppt. Bei anderen Anbietern wie McDonald`s und Co sind solche Produkte noch immer im Angebot.

Mineralöl in Donuts festgestellt
Laut einer aktuellen Untersuchung des Verbrauchermagazins „Öko-Test“ sind viele Donuts voll mit künstlichen Stoffen. Die Experten kritisierten nicht nur die hohen Gehalte an Fettschadstoffen, sondern auch, dass „alle getesteten Produkte mit Mineralöl belastet“, waren, wie es in einer Mitteilung heißt. „Alle Marken sind mit „ungenügend“ durchgerasselt“, schreibt das Magazin. Der Möbelhändler Ikea hat nun reagiert und den Verkauf belasteter Donuts gestoppt.

Nachdem "Öko-Test" bei einer Untersuchung Mineralöle in Donuts gefunden hat, hat die Möbelkette Ikea die belasteten Produkte aus dem Sortiment genommen. Bei anderen Anbietern sind sie aber noch immer im Angebot. (Bild: George Dolgikh/fotolia.com)
Nachdem „Öko-Test“ bei einer Untersuchung Mineralöle in Donuts gefunden hat, hat die Möbelkette Ikea die belasteten Produkte aus dem Sortiment genommen. Bei anderen Anbietern sind sie aber noch immer im Angebot. (Bild: George Dolgikh/fotolia.com)

Ikea nimmt belastete Produkte aus dem Verkauf
Wie die Verbraucherorganisation Foodwatch berichtet, war in einer Laboranalyse von „Öko-Test“ in den tiefgefrorenen „B & B Pinky“-Donuts aus dem Ikea-Sortiment eine „stark erhöhte“ Konzentration der potenziell gesundheitsgefährdenden gesättigten Mineralöle (MOSH) nachgewiesen worden.

Die Möbelkette teilte auf Anfrage von Foodwatch mit: „Alle Donuts werden mit sofortiger Wirkung aus dem Sortiment genommen und nicht mehr in Ikea Einrichtungshäusern verkauft. (…) Derartige Ergebnisse sind für Ikea nicht akzeptabel und werden auch nicht toleriert.“

Schadstoffe aus den Verpackungen
Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA stuft MOSH (Mineral oil saturated hydrocarbons) als „potenziell besorgniserregend“ ein. Einige Verbindungen können sich in menschlichen Organen ansammeln. Diese Schadstoffe sind vermutlich aus den Verpackungen oder durch den Produktionsprozess auf die Donuts übergegangen. Leider wird immer wieder über Funde von Mineralöl in Lebensmittelverpackungen berichtet.

Bei anderen Anbietern bleiben belastete Donuts im Sortiment
Foodwatch zufolge lassen andere Anbieter ihre laut „Öko-Test“ ebenfalls – zum Teil sogar noch stärker – belasteten Donuts offenbar vorerst im Angebot. Le Crobag, McDonald’s, Happy Donazz, Edeka, Globus und Real verwiesen zwar auf Anfrage von Foodwatch nach den Konsequenzen aus dem Test unter anderem auf Gespräche mit den Lieferanten, aber nicht auf einen Verkaufsstopp. Backwerk, Dunkin‘ Donuts, Rewe und Tasty Donuts antworteten demnach gar nicht auf die Anfrage.

Sichere Grenzwerte für Mineralöle
Diese Anbieter wurden von Foodwatch dazu aufgefordert, ebenso konsequent zu handeln wie Ikea und die potenziell gesundheitsgefährdenden Donuts sofort aus dem Handel zu nehmen. „Der Nachweis von bedenklichen Mineralölkonzentrationen muss nach unserer Einschätzung einen sofortigen Verkaufsstopp nach sich ziehen“, schreibt die Verbraucherorganisation in einer Mitteilung. Die Bundesregierung und die EU wurden aufgefordert, endlich sichere Grenzwerte für Mineralöle vorzuschreiben.

Krebserregend und erbgutschädigend
Bei den 15 von „Öko-Test“ untersuchten Donuts waren die Werte für MOSH in elf Produkten „stark“ oder „sehr stark“ erhöht. In vier davon wurden demnach zudem aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Diese gelten als potenziell krebserregend und erbgutschädigend. „MOAH sollten daher auch nicht in kleinen Spuren in Lebensmitteln nachweisbar sein“, schreibt Foodwatch.

Es ist nicht das erste Mal, dass auf das potentielle Gesundheitsrisiko durch Mineralöl in Lebensmitteln hingewiesen wird. Auch das zuständige deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verweist auf die Gefahren aromatischer Mineralöle. Nach den Funden von Mineralölbestandteilen in Adventskalendern im letzten Jahr schrieb das BfR: „Die Verunreinigung von Lebensmitteln mit Mineralölbestandteilen aus Verpackungen ist unerwünscht.“ (ad)

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